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Zur Interpretation von Energieszenarien

Herausgeber/Institute:

Leopoldina, acatech, Akademienunion

Datum:

Dezember 2014

Autoren:

Christian Dieckhoff et al.

Art der Veröffentlichung:

Diskussionspapier

Themenbereiche:

Politik
Energiesysteme

Schlagwörter:

Akteure, Potenziale, Kosten-Nutzen-Analyse

Seitenzahl:

48

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Zielsetzung und Fragestellung

Ziel der Veröffentlichung ist es, eine Hilfestellung bei der Interpretation von Energieszenarien zu bieten. Sie soll das Verständnis von Energieszenarien erleichtern sowie Möglichkeiten und Grenzen von Szenarien verdeutlichen.

Zentrale Ergebnisse

Orientierungsfunktion von Energieszenarien

Angesichts der hohen Komplexität des Energiesystems messen die Autoren Energieszenarien eine hohe Bedeutung zu im gesellschaftlichen Diskurs über die Energiezukunft. Sie seien ein wertvolles Instrument zum Umgang mit unserem Wissen und zur Auslotung verschiedener Entwicklungsmöglichkeiten. Wichtig dafür sei, die Transparenz von Szenariostudien und den ihnen zugrundeliegenden Modellen zu erhöhen. Das sei die Kernbotschaft des Diskussionspapiers an die Ersteller und Auftraggeber von Szenariostudien.
Zunächst einmal zeigten Szenarien auf, dass eine ...

Orientierungsfunktion von Energieszenarien

Angesichts der hohen Komplexität des Energiesystems messen die Autoren Energieszenarien eine hohe Bedeutung zu im gesellschaftlichen Diskurs über die Energiezukunft. Sie seien ein wertvolles Instrument zum Umgang mit unserem Wissen und zur Auslotung verschiedener Entwicklungsmöglichkeiten. Wichtig dafür sei, die Transparenz von Szenariostudien und den ihnen zugrundeliegenden Modellen zu erhöhen. Das sei die Kernbotschaft des Diskussionspapiers an die Ersteller und Auftraggeber von Szenariostudien.
Zunächst einmal zeigten Szenarien auf, dass eine ...

Orientierungsfunktion von Energieszenarien

Angesichts der hohen Komplexität des Energiesystems messen die Autoren Energieszenarien eine hohe Bedeutung zu im gesellschaftlichen Diskurs über die Energiezukunft. Sie seien ein wertvolles Instrument zum Umgang mit unserem Wissen und zur Auslotung verschiedener Entwicklungsmöglichkeiten. Wichtig dafür sei, die Transparenz von Szenariostudien und den ihnen zugrundeliegenden Modellen zu erhöhen. Das sei die Kernbotschaft des Diskussionspapiers an die Ersteller und Auftraggeber von Szenariostudien.
Zunächst einmal zeigten Szenarien auf, dass eine bestimmte Entwicklung im Rahmen des Möglichen liege. Das sei von Bedeutung, wenn die Realisierbarkeit bestimmter Entwicklungen umstritten sei, beispielsweise der Atomausstieg. Der Nutzen von Energieszenarien liege darüber hinaus darin zu zeigen, unter welchen Voraussetzungen bestimmte gewünschte oder befürchtete Entwicklungen eintreten können. Dadurch könnten politische Handlungsoptionen benannt und die Alternativen bewertet werden.
Unterschiedliches Wissen und Überzeugungen verschiedener gesellschaftlicher Akteure, von der Zivilgesellschaft, über Wissenschaft und Politik ließen sich in Szenarien integrieren. Durch den Vergleich verschiedener Szenarien ließen sich die Effekte bestimmter politischer Maßnahmen auf die Entwicklung des Energiesystems bestimmen. Politische Handlungsalternativen könnten somit bewertet werden, was eine wichtige Orientierungshilfe für die Entscheidungsfindung darstelle.

Grenzen der Interpretation von Energieszenarien

Ein Szenario beschreibe jeweils einen bestimmten Entwicklungspfad als Ausschnitt aus dem gesamten Möglichkeitsraum, wobei die Schwierigkeit in der sinnvoll begründeten Auswahl der betrachteten Szenarien bestehe. Da Szenarien auf dem aktuellen Wissensstand basierten, könne sich die Einschätzung über mögliche und unmögliche Entwicklungen ändern. Wichtig sei die Abgrenzung zwischen Szenarien und Prognosen sowie zwischen ergebnisoffenen, explorativen Szenarien und Zielszenarien.
Das Verständnis und die angemessene Nutzung von Energieszenarien werde dadurch erschwert, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Szenarien gebe, die teilweise intransparent hinsichtlich der ihnen zugrunde liegenden Annahmen und Modelle seien. Als Beispiel für oft implizit getroffene Annahmen nennen die Autoren die für bestimmte Energietechnologien unterstellten Lernraten, die sich auf Kostenbetrachtungen auswirken.

Weiterentwicklungsbedarf bei Energieszenarien

Die Autoren sehen vor allem einen Bedarf darin, die Vielfalt an Energieszenarien und -modellen handhabbar zu machen. Um hilfreiches Beratungswissen bereitzustellen, müssten robuste Aussagen getroffen werden können. Dazu könne die konsequentere Durchführung von Sensitivitätsanalysen sowie Modellvergleichsrechnungen beitragen. Damit Energieszenarien ihrem Beratungsanspruch gerecht würden, seien die Auswahl der analysierten Szenarien und die getroffenen normativen Festlegungen transparent zu machen.

Zentrale Annahmen und Thesen

Energieszenarien als zentrales Element der energiepolitischen Debatte

Energieszenarien sind den Autoren zufolge ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über die Gestaltung der künftigen Energieversorgung. Jährlich gebe es eine hohe Zahl an neuen Veröffentlichungen unterschiedlicher Akteure mit einer großen inhaltlichen Bandbreite. Sie bündelten einerseits das aktuell verfügbare Wissen zu bestimmten Energiefragen und stellten Unsicherheiten und Handlungsoptionen für unterschiedliche künftige Entwicklungen dar. Andererseits seien sie geprägt von politischen ...

Energieszenarien als zentrales Element der energiepolitischen Debatte

Energieszenarien sind den Autoren zufolge ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über die Gestaltung der künftigen Energieversorgung. Jährlich gebe es eine hohe Zahl an neuen Veröffentlichungen unterschiedlicher Akteure mit einer großen inhaltlichen Bandbreite. Sie bündelten einerseits das aktuell verfügbare Wissen zu bestimmten Energiefragen und stellten Unsicherheiten und Handlungsoptionen für unterschiedliche künftige Entwicklungen dar. Andererseits seien sie geprägt von politischen ...

Energieszenarien als zentrales Element der energiepolitischen Debatte

Energieszenarien sind den Autoren zufolge ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über die Gestaltung der künftigen Energieversorgung. Jährlich gebe es eine hohe Zahl an neuen Veröffentlichungen unterschiedlicher Akteure mit einer großen inhaltlichen Bandbreite. Sie bündelten einerseits das aktuell verfügbare Wissen zu bestimmten Energiefragen und stellten Unsicherheiten und Handlungsoptionen für unterschiedliche künftige Entwicklungen dar. Andererseits seien sie geprägt von politischen Zielsetzungen und anderen normativen Überzeugungen, zu denen dann eine kritische Auseinandersetzung stattfinden könne.

Schwierigkeiten bei der Interpretation von Energieszenarien

Die Herausforderung für die Nutzer von Energieszenarien bestehe vor allem darin, die vielfältigen Veröffentlichungen zu erfassen, zu verstehen und Unterschiede zu erkennen. Ein Hindernis sei dabei oft die fehlende Transparenz bei den genutzten Modellen, den getroffenen Annahmen und der Argumentation. Es fehle ein Interpretationsrahmen, der den Nutzern die Nachvollziehbarkeit erleichtere, den Blick für implizite Annahmen und damit Argumentationslücken schärfe und es letztlich erlaube, die Relevanz und Gültigkeit von Szenarien zu beurteilen.

Szenarien als Möglichkeitsaussagen über künftige Entwicklungen

Szenarien würden dazu genutzt, systematisch über die Zukunft nachzudenken und Strategien zu ihrer Gestaltung zu entwickeln und zu beschreiben. Im Kern bestehe ein Szenario aus Möglichkeitsaussagen und deren Begründung. Energieszenarien liege die Annahme zugrunde, dass die Zukunft zumindest teilweise mit wissenschaftlichen Methoden analysierbar sei. Meistens kämen dabei Computerrechenmodelle zum Einsatz, teilweise ergänzt durch qualitative Beschreibungen.

Methodik

Die Autoren beschreiben zunächst ausführlich, was Szenarien sind, zu welchem Zweck sie genutzt werden und welche Arten von Szenarien es gibt. Außerdem grenzen sie den Begriff „Szenario“ von anderen Zukunftsbeschreibungen ab. Im nächsten Schritt zeigen die Autoren Möglichkeiten und Grenzen von Szenarien bzw. deren Interpretation auf. Dabei nutzen sie zur Veranschaulichung jeweils Beispiele aus Energie- und Klimagutachten.

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