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Wirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien - Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Herausgeber/Institute:

DIW, Fraunhofer ISI, GWS, IZES

Datum:

September 2016

Autoren:

Jochen Diekmann et al.

Art der Veröffentlichung:

Abschlussbericht

Auftraggeber/Förderer:

BMWi

Themenbereiche:

Ökonomie

Schlagwörter:

Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Kosten-Nutzen-Analyse, Investitionen, Akzeptanz, EEG, EEG-Umlage

Seitenzahl:

69

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Zielsetzung und Fragestellung

Bei der Studie handelt es sich um den Abschlussbericht eines mehrjährigen Forschungsprojekts (ImpRES) zu den Kosten- und Nutzenwirkungen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland, der die wesentlichen Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem Projekt erläutert. 

Im Zentrum stehen dabei die systemanalytischen Differenzkosten und die vermiedenen Umweltschäden im Vergleich zu einer Energieversorgung auf Basis fossiler und nuklearer Energie, die gesellschaftlichen Verteilungswirkungen und die gesamtwirtschaftlichen Effekte hinsichtlich Wachstum und Beschäftigung. Außerdem wird der Einfluss der Erneuerbaren Energien auf den technologischen Wandel und die Sicherheit der Energieversorgung betrachtet. 

Zentrale Ergebnisse

Erneuerbare Energien im Stromsektor dominieren ökonomische Effekte 

Da der Ausbau der Erneuerbaren Energien bislang vor allem im Strombereich vorangeschritten sei und nur wenig im Wärme- und Verkehrssektor, entfielen auch die größten wirtschaftlichen Effekte auf den Strombereich. 

Zu den positiven Effekten der Erneuerbaren Energien rechnen die Autoren vor allem den verminderten Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen, die Verminderung fossiler Energieimporte und die Verbesserung der Versorgungssicherheit durch den breiteren Energiemix und vielfältigere Bezugsquellen. Zudem bewirke der ...

Erneuerbare Energien im Stromsektor dominieren ökonomische Effekte 

Da der Ausbau der Erneuerbaren Energien bislang vor allem im Strombereich vorangeschritten sei und nur wenig im Wärme- und Verkehrssektor, entfielen auch die größten wirtschaftlichen Effekte auf den Strombereich. 

Zu den positiven Effekten der Erneuerbaren Energien rechnen die Autoren vor allem den verminderten Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen, die Verminderung fossiler Energieimporte und die Verbesserung der Versorgungssicherheit durch den breiteren Energiemix und vielfältigere Bezugsquellen. Zudem bewirke der ...

Erneuerbare Energien im Stromsektor dominieren ökonomische Effekte 

Da der Ausbau der Erneuerbaren Energien bislang vor allem im Strombereich vorangeschritten sei und nur wenig im Wärme- und Verkehrssektor, entfielen auch die größten wirtschaftlichen Effekte auf den Strombereich. 

Zu den positiven Effekten der Erneuerbaren Energien rechnen die Autoren vor allem den verminderten Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen, die Verminderung fossiler Energieimporte und die Verbesserung der Versorgungssicherheit durch den breiteren Energiemix und vielfältigere Bezugsquellen. Zudem bewirke der Ausbau der Erneuerbaren Energien deutliche Preissenkungen bei den Technologiekosten. 

Insgesamt führe die Nutzung der Erneuerbaren Energien derzeit noch zu deutlichen Kostenbelastungen, die sich unterschiedlich auf verschiedene soziale Gruppen und Regionen verteilen. Um die Verteilungswirkungen der EEG-Umlage zu vermindern, gebe es jedoch keinen Königsweg. Die Autoren raten von einer Steuerfinanzierung oder Fondslösung ab. Sie empfehlen vielmehr, die Differenzkosten insgesamt möglichst gering zu halten, Sonderregelungen für stromintensive Unternehmen kritisch zu prüfen und einkommensschwache Haushalte gezielt zu entlasten. Zudem könnten die Kosten für den Ausbau der Verteilnetze überregional gerechter verteilt werden. 

Systemanalytische Kosten und Nutzeneffekte

Von den ermittelten systemanalytischen Differenzkosten der Erneuerbaren Energien in Deutschland in Höhe von 16,1 Milliarden Euro im Jahr 2014 entfielen 12,1 Mrd. Euro auf den Stromsektor. Auf die Wärmeversorgung entfielen demnach 2,2 Mrd. Euro und auf den Verkehr 0,85 Mrd. Euro an systemanalytischen Differenzkosten für die Erneuerbaren Energien. 

 

Die Kosten für die Systemintegration der Erneuerbaren Energien könnten künftig durch eine Kopplung der Elektromobilität mit dem Strommarkt vermindert werden. Eine optimierte Be- und Entladung von Elektrofahrzeugen sowie die Bereitstellung von Regelleistung könne Flexibilitätsoptionen wie Stromspeicher oder fossile Backup-Kraftwerke ersetzen. 

Auf der Nutzenseite stünden den systemanalytischen Differenzkosten vor allem vermiedene Umweltschäden gegenüber, insbesondere durch die Verminderung des Treibhausgasausstoßes. Diesen positiven Effekt der Erneuerbaren Energien beziffern die Autoren für das Jahr 2014 auf insgesamt 11,6 Mrd. Euro, wovon 10,2 Mrd. Euro auf den Strom-, 1,3 Mrd. Euro auf den Wärme- und 0,1 Mrd. Euro auf den Verkehr entfielen. 

Energiewende ist mit erheblichen Verteilungseffekten verbunden

Die derzeit noch vorhandene hohe Kostenbelastung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien wirke sich unterschiedlich stark auf verschiedene Energieverbraucher und Regionen aus. So sei der Anteil der Strom- und Energiekosten bei einkommensschwachen Haushalten etwa dreimal so hoch wie bei einkommensstarken. 

Der Preis senkende Effekt der Erneuerbaren Energien an der Strombörse (Merit-Order-Effekt) werde größtenteils an die Verbraucher weitergegeben, bei den Grundversorgungstarifen und auch in ländlichen Regionen jedoch weniger als bei anderen Kunden bzw. in anderen Regionen. 

Vor allem die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) führe zu erheblichen Verteilungseffekten zugunsten der Industrie bei einer Mehrbelastung der privaten Haushalte, der nicht-privilegierten Unternehmen, öffentlicher Einrichtungen und des Verkehrs. 

Der größte Teil der Einnahmen aus der Solarstromerzeugung entfalle auf die beiden südlichsten Bundesländer und bei der Windenergie profitiere vor allem der Norden. Die östlichen Bundesländer seien überdurchschnittlich von den Kosten für den Ausbau der Verteilnetze betroffen. 

Der Staat nehme durch die Nutzung der Erneuerbaren Energien zusätzliche Steuern ein, beispielsweise bei der Umsatz- und Lohnsteuer. Hinzu kommen Energie- und Stromsteuer. Auf der Ausgabenseite schlage die Förderung der Energieforschung mit rund 800 Millionen Euro im Jahr 2014 zu Buche.

Mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung durch Erneuerbare Energien

Die Modellrechnungen ergeben für das Energiewende-Szenario bis zum Jahr 2030 ein leicht höheres Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Referenzszenario. Auch die Gesamtbeschäftigung und die Bruttowertschöpfung seien im Energiewende-Szenario höher als im Referenzszenario. Den größten Wertschöpfungszuwachs und Beschäftigungseffekt verzeichne der Bausektor. Der Bergbausektor sei dagegen mit stark negativen Effekten konfrontiert. Höhere Energieausgaben und Mieten wirkten sich auf die privaten Haushalte negativ aus. 

Unter den Bundesländern profitiere besonders Mecklenburg-Vorpommern vom Ausbau der Erneuerbaren Energien. Es gebe hier kaum fossile Stromerzeugung, die im Zuge der Energiewende wegfallen könnte. Negative Effekte seien in Brandenburg, im Saarland, in Baden-Württemberg und Hessen zu beobachten. Grund dafür sei vor allem der Wegfall konventioneller Energieerzeugung. Für viele Regionen seien die Beschäftigungseffekte in einer ähnlichen Größenordnung wie die Wertschöpfungseffekte. Nur Brandenburg verzeichne negative Nettoeffekte in der Wertschöpfung bei gleichzeitig positiven Effekten in der Beschäftigung. 

Insbesondere die nord- und ostdeutschen Bundesländer profitierten, wohingegen die west- und süddeutschen Bundesländer teils einen leichten Wertschöpfungsrückgang verzeichnen müssten. 

Zentrale Annahmen und Thesen

Gezielte Förderung einkommensschwacher Haushalte - Kostenbelastungen insgesamt überschaubar

Die Nutzung Erneuerbarer Energien sei derzeit noch mit hohen Kosten verbunden. Die Weitergabe von Strompreissenkungen im Großhandel an die Verbraucher mindere die Kostenbelastung der Verbraucher etwas. Die durchschnittliche Belastung der privaten Haushalte durch die EEG-Umlage sei mit einem Anteil von 0,6% an den gesamten Konsumausgaben relativ gering. Ein Großteil der EEG-Kosten setze sich aus historischen Verpflichtungen für bestehende Anlagen zusammen. Die Möglichkeiten zur Entlastung der Verbraucher ...

Gezielte Förderung einkommensschwacher Haushalte - Kostenbelastungen insgesamt überschaubar

Die Nutzung Erneuerbarer Energien sei derzeit noch mit hohen Kosten verbunden. Die Weitergabe von Strompreissenkungen im Großhandel an die Verbraucher mindere die Kostenbelastung der Verbraucher etwas. Die durchschnittliche Belastung der privaten Haushalte durch die EEG-Umlage sei mit einem Anteil von 0,6% an den gesamten Konsumausgaben relativ gering. Ein Großteil der EEG-Kosten setze sich aus historischen Verpflichtungen für bestehende Anlagen zusammen. Die Möglichkeiten zur Entlastung der Verbraucher ...

Gezielte Förderung einkommensschwacher Haushalte - Kostenbelastungen insgesamt überschaubar

Die Nutzung Erneuerbarer Energien sei derzeit noch mit hohen Kosten verbunden. Die Weitergabe von Strompreissenkungen im Großhandel an die Verbraucher mindere die Kostenbelastung der Verbraucher etwas. Die durchschnittliche Belastung der privaten Haushalte durch die EEG-Umlage sei mit einem Anteil von 0,6% an den gesamten Konsumausgaben relativ gering. Ein Großteil der EEG-Kosten setze sich aus historischen Verpflichtungen für bestehende Anlagen zusammen. Die Möglichkeiten zur Entlastung der Verbraucher durch Änderungen des Fördersystems für neue Anlagen seien insofern begrenzt. 

Das Umlagesystem, mit dem die EEG-Kosten verursachungsgerecht auf den Stromverbrauch überwälzt werden, solle nicht durch eine allgemeine Steuerfinanzierung oder ein Fondsmodell ersetzt werden. Dagegen sollten die Privilegien für stromintensive Unternehmen weiterhin kritisch geprüft werden, um die Belastung der nicht-privilegierten Stromverbraucher zu begrenzen. Speziell für einkommensschwache Haushalte seien angepasste Sozialleistungen und die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen sinnvoll.

Gerechtere Wälzung der Kosten des Ausbaus der Verteilnetze

Die Kosten der Systemintegration erneuerbarer Energien könnten künftig durch eine Koppelung von E-Mobilität und Stromsektor vermindert werden. Während die Kosten für den Ausbau der Übertragungsnetze bereits überregional gewälzt werden, sei dies auf der Verteilnetzebene nicht der Fall. Da der Nutzen der Erneuerbaren Energien überregional wirke, sei auch im Bereich der Verteilnetze eine stärkere Kostenwälzung sinnvoll.

Methodik

Die systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen Erneuerbarer Energien werden im Vergleich zu einer Energieversorgung ohne einen forcierten Ausbau Erneuerbarer Energien kalkuliert. Die direkten Differenzkosten ergeben sich aus der Differenz zwischen den Gestehungskosten für Strom, Wärme und Kraftstoffe aus erneuerbaren und aus fossil-nuklearen Energien. Fördermittel und Energiesteuern bleiben unberücksichtigt. Zusätzlich zu den direkten Differenzkosten berücksichtigen die Autoren indirekte Differenzkosten, z.B. für Regel- bzw. Ausgleichsenergie und den Netzausbau.

Die Analyse der ...

Die systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen Erneuerbarer Energien werden im Vergleich zu einer Energieversorgung ohne einen forcierten Ausbau Erneuerbarer Energien kalkuliert. Die direkten Differenzkosten ergeben sich aus der Differenz zwischen den Gestehungskosten für Strom, Wärme und Kraftstoffe aus erneuerbaren und aus fossil-nuklearen Energien. Fördermittel und Energiesteuern bleiben unberücksichtigt. Zusätzlich zu den direkten Differenzkosten berücksichtigen die Autoren indirekte Differenzkosten, z.B. für Regel- bzw. Ausgleichsenergie und den Netzausbau.

Die Analyse der ...

Die systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen Erneuerbarer Energien werden im Vergleich zu einer Energieversorgung ohne einen forcierten Ausbau Erneuerbarer Energien kalkuliert. Die direkten Differenzkosten ergeben sich aus der Differenz zwischen den Gestehungskosten für Strom, Wärme und Kraftstoffe aus erneuerbaren und aus fossil-nuklearen Energien. Fördermittel und Energiesteuern bleiben unberücksichtigt. Zusätzlich zu den direkten Differenzkosten berücksichtigen die Autoren indirekte Differenzkosten, z.B. für Regel- bzw. Ausgleichsenergie und den Netzausbau.

Die Analyse der EEG-Umlage-Belastungen nach Haushaltsgruppen erfolgt mithilfe des PANTA-RHEI-Moduls DEMOS nach Haushaltsgröße und der sozioökonomischen Stellung der Haupteinkommensbezieher.

Zur Bestimmung der Wechselwirkungen zwischen Elektromobilität und dem Strombereich werden vorhandene Ansätze zur Strommarktmodellierung weiterentwickelt und auf ausgewählte Zukunftsszenarien angewendet. Mit einem erweiterten Kraftwerks- und Speichereinsatzmodell wird der mögliche Einfluss künftiger Elektrofahrzeugflotten auf den Kraftwerkseinsatz und die CO2-Emissionen in Deutschland bis zum Jahr 2030 untersucht. Mit dem Modell „Dispatch and Investment Evaluation Tool with Endogenous Renewables“ (DIETER) wird untersucht, welche Rolle Elektrofahrzeuge bei der Bereitstellung von Regelleistung spielen könnten.

Bei der Abschätzung der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Erneuerbaren Energien werden Investitionen, Umsätze und Beschäftigung berücksichtigt. Die Quantifizierung der gesamtwirtschaftlichen Nettoeffekte erfolgt durch den Vergleich des Referenzszenarios mit dem Energiewende-Szenario aus dem Projekt „Langfristszenarien“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Dabei erfolgt die Berechnung mit einem weiterentwickelten makroökonomischen Modell, das sich an ASTRA anlehnt.

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