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Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien. Ermittlung der Effekte auf Länder- und Bundesebene

Herausgeber/Institute:

IÖW

Datum:

Dezember 2015

Autoren:

Bernd Hirschl et al.

Art der Veröffentlichung:

Studie

Themenbereiche:

Ökonomie

Schlagwörter:

Wertschöpfung, ökonomische Effekte, Kosten-Nutzen-Analyse, Investitionen, Arbeitsplätze

Seitenzahl:

242

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Zielsetzung und Fragestellung

Die Studie untersucht die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Ziel des Forschungsprojekts ist ein vollständigeres Bild auf der Ebene der Bundesländer und des Bundes gegenüber der Studie von 2010, die den Schwerpunkt auf der kommunalen Ebene hatte.
Zu diesem Zweck haben die Autoren ihr Modell WEBEE überarbeitet und erweitert. Der methodische Ansatz soll anschlussfähig an bestehende makroökonomische Modelle und Methoden sein sowie eine Vergleichbarkeit mit anderen Ergebnissen und statistischen Kennzahlen erzielt werden. Eine detaillierte Analyse erfolgt für die Bundesebene sowie am Beispiel der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Hessen und Berlin. Neben der Betrachtung des Status Quo 2012 werden die potenziellen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte eines weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien für das Jahr 2020 ermittelt.

Zentrale Ergebnisse

Rund 30 Milliarden Euro Wertschöpfung und 344.100 Arbeitsplätze im Jahr 2012

Für das Jahr 2012 weist die Studie für Deutschland eine Wertschöpfung von insgesamt 30,4 Milliarden Euro aus, die sich aus direkten und indirekten Effekten beim Anlagenzubau und –betrieb sowie Effekten in Querschnittsbereichen wie Bildung und Forschung ergibt. Damit verbunden sei ein Beschäftigungseffekt von 344.140 ...

Rund 30 Milliarden Euro Wertschöpfung und 344.100 Arbeitsplätze im Jahr 2012

Für das Jahr 2012 weist die Studie für Deutschland eine Wertschöpfung von insgesamt 30,4 Milliarden Euro aus, die sich aus direkten und indirekten Effekten beim Anlagenzubau und –betrieb sowie Effekten in Querschnittsbereichen wie Bildung und Forschung ergibt. Damit verbunden sei ein Beschäftigungseffekt von 344.140 ...

Rund 30 Milliarden Euro Wertschöpfung und 344.100 Arbeitsplätze im Jahr 2012

Für das Jahr 2012 weist die Studie für Deutschland eine Wertschöpfung von insgesamt 30,4 Milliarden Euro aus, die sich aus direkten und indirekten Effekten beim Anlagenzubau und –betrieb sowie Effekten in Querschnittsbereichen wie Bildung und Forschung ergibt. Damit verbunden sei ein Beschäftigungseffekt von 344.140 Vollzeitstellen.
Von der direkten Wertschöpfung in Höhe von 18,9 Milliarden Euro entfielen 12,5 Milliarden Euro bzw. zwei Drittel auf die kommunale Ebene. Steuern und Abgaben an Kommunen, Länder und den Bund summierten sich auf 7,7 Mrd. Euro.
Aufgeschlüsselt nach Wertschöpfungsstufen mache die Herstellung der Erneuerbare-Energien-Anlagen und ihrer Komponenten den größten Posten aus:

  1. Herstellung: 6,8 Mrd. Euro
  2. Planung und Installation: 2,5 Mrd. Euro
  3. Betrieb und Wartung: 4,6 Mrd. Euro
  4. Betreibergewinne: 5,1 Mrd. Euro
  5. Handel mit Komponenten, Material, Brenn- und Kraftstoffe: 1,1 Mrd. Euro.

Der direkt aus der Erneuerbare-Energien-Branche resultierende Beschäftigungseffekt belief sich den Berechnungen des IÖW zufolge im Jahr 2012 auf insgesamt 177.150 Vollzeitarbeitsplätze. Davon entfiel der größte Teil auf Photovoltaik, Windenergie und Bioenergie.

Im Jahr 2020 höhere direkte Wertschöpfung bei etwas weniger Arbeitsplätzen zu erwarten

Bei einem Ausbau der Erneuerbaren Energien gemäß dem Szenario 2011 A der Studie von DLR/IWES/IfnE könne die damit verbundene direkte Wertschöpfung im Jahr 2020 auf 22,1 Mrd. Euro steigen. Auf die kommunale Ebene würden dann 15,3 Mrd. Euro entfallen.
Der Anlagenbetrieb werde dann den größten Beitrag zur direkten Wertschöpfung leisten und nicht mehr die Produktion der Anlagen:

  • Produktion: 5,1 Mrd. Euro
  • Planung und Installation: 1,9 Mrd. Euro
  • Betrieb und Wartung: 6,7 Mrd. Euro
  • Betreibergewinne: 8,4 Mrd. Euro
  • Handel mit Komponenten, Material, Brenn- und Kraftstoffe: 1,1 Mrd. Euro.

Für die Beschäftigung sei bis 2020 mit einem Rückgang auf 165.040 Vollzeitarbeitsplätze zu rechnen. Das liege daran, dass die Bereiche Produktion von Anlagen und Komponenten, Planung und Installation beschäftigungsintensiver seien als der Anlagenbetrieb. Später sei jedoch wieder mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen zu rechnen.

Wertschöpfung in den Bundesländern Berlin, Sachsen-Anhalt und Hessen

Für Berlin ergeben die Berechnungen für das Jahr 2012 eine gesamte Wertschöpfung (direkte + indirekte Effekte + Querschnittsbereiche) in Höhe von 183 Millionen Euro, für Sachsen-Anhalt von 679 Millionen Euro und für Hessen 1.192 Millionen Euro. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl stehe Sachsen-Anhalt bei der Wertschöpfung und Zahl der Beschäftigten an der Spitze, vor Hessen und Berlin.
In allen drei Bundesländern trügen die Photovoltaik und die Windenergie die größten Anteile zur Wertschöpfung bei. In Hessen sei auch die Bioenergie von Bedeutung sowie in Sachsen-Anhalt die Biokraftstoffe. In Berlin spielten Forschung und Entwicklung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. In den Fallbeispielen zeige sich, dass die Wertschöpfungseffekte von der Wirtschaftsstruktur des Bundeslandes, der vor Ort installierten Leistung und der Investitionstätigkeit der Bürger abhänge. Ein hoher Anlagenbestand, ein hoher Zubau und eine erfolgreiche Anlagenproduktion seien Erfolgsfaktoren.

Zentrale Annahmen und Thesen

Das Zukunftsszenario unterstellt den Ausbaupfad der Erneuerbaren Energien im Szenario 2011 A der Studie „Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland bei Berücksichtigung der Entwicklung in Europa und global“ von DLR/IWES/IfnE (2012). Der Ausbaupfad zielt auf die im Sommer 2011 formulierten Ziele der Energiewende mit einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 80 % gegenüber 1990 und des Stromverbrauchs um 25 % bis 2050 gegenüber 2008.

Methodik

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Überarbeitung und Weiterentwicklung des 2010 durch das IÖW entworfenen Rechenmodells zur Ermittlung von Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten durch Erneuerbare Energien (WEBEE-Modell) auf kommunaler Ebene. Dabei erfolgt vor allem eine Erweiterung hinsichtlich zusätzlicher Wertschöpfungsketten und -effekte. Insgesamt umfasst das WEBEE-Modell nun 34 Wertschöpfungsketten und ein breites Portfolio von Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung. Auch Nahwärmenetze sowie die Bereitstellung biogener Brenn- und Kraftstoffe werden abgebildet. Mithilfe eines ...

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Überarbeitung und Weiterentwicklung des 2010 durch das IÖW entworfenen Rechenmodells zur Ermittlung von Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten durch Erneuerbare Energien (WEBEE-Modell) auf kommunaler Ebene. Dabei erfolgt vor allem eine Erweiterung hinsichtlich zusätzlicher Wertschöpfungsketten und -effekte. Insgesamt umfasst das WEBEE-Modell nun 34 Wertschöpfungsketten und ein breites Portfolio von Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung. Auch Nahwärmenetze sowie die Bereitstellung biogener Brenn- und Kraftstoffe werden abgebildet. Mithilfe eines ...

Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Überarbeitung und Weiterentwicklung des 2010 durch das IÖW entworfenen Rechenmodells zur Ermittlung von Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten durch Erneuerbare Energien (WEBEE-Modell) auf kommunaler Ebene. Dabei erfolgt vor allem eine Erweiterung hinsichtlich zusätzlicher Wertschöpfungsketten und -effekte. Insgesamt umfasst das WEBEE-Modell nun 34 Wertschöpfungsketten und ein breites Portfolio von Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung. Auch Nahwärmenetze sowie die Bereitstellung biogener Brenn- und Kraftstoffe werden abgebildet. Mithilfe eines Bottom-up-Ansatzes berechnet das Modell die einzelnen Bestandteile der Wertschöpfung und weist die direkte Brutto-Wertschöpfung aus. Zudem stellt es die Brutto-Beschäftigungseffekte in Form von Vollzeitarbeitsplätzen dar.
Die zentrale Grundlage bildet die Analyse der Investitions- und Betriebskosten der einzelnen Technologien, die den spezifischen Umsätzen einer Technologie entlang der Wertschöpfungskette entsprechen und auf die installierte Anlagenleistung bezogen werden. Die Wertschöpfungsketten werden in vier aggregierte Wertschöpfungsstufen unterteilt: Anlagenproduktion, Planung und Installation, Anlagenbetrieb und Betreibergewinne.
Die Wertschöpfung setzt sich schließlich zusammen aus den um Steuern bereinigten Gewinnen der Unternehmen, den Nettoeinkommen der Beschäftigten und den auf Gewinne und Einkommen gezahlten Steuern. Bei den gezahlten Steuern wird in Steuereinnahmen der Kommunen, der Länder und des Bundes differenziert.
Die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte für das Jahr 2020 werden auf Grundlage von Annahmen zum Bestand und Zubau an Anlagenleistung sowie des produzierten Volumens von Biokraftstoffen und Holzbrennstoffen berechnet.

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