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RE-Shaping: Shaping an effective and efficient European renewable energy market. Final Report

Herausgeber/Institute:

Fraunhofer ISI, EEG, Ecofys, DIW, Universität Utrecht, LEI, KEMA, ENERGO Banking

Datum:

Februar 2012

Autoren:

Mario Ragwitz et al.

Art der Veröffentlichung:

Abschlussbericht

Auftraggeber/Förderer:

EU-Kommission

Themenbereiche:

Politik
Ökonomie

Schlagwörter:

Europa, Energiepreise

Seitenzahl:

124

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Zielsetzung und Fragestellung

Der Abschlussbericht des von der Europäischen Kommission geförderten gleichnamigen Forschungsprojektes fasst die Ergebnisse und Empfehlungen der durchgeführten Forschungsaktivitäten zusammen. Ziel des Projekts ist es, die EU-Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Ausbau der Erneuerbaren Energien zu unterstützen. Gegenwärtige Förderinstrumente für Erneuerbare Energien werden evaluiert und Leitlinien für eine mittel- bis langfristige europäische Politik zur Förderung der Erneuerbaren Energien entwickelt.
Kernaufgaben des Forschungsvorhabens liegen darin, einen umfassenden Hintergrund über Förderinstrumente für Erneuerbare Energien zusammenzustellen und Empfehlungen für die Politik der Mitgliedsstaaten zu erarbeiten. Die Forscher sollen wissenschaftlich fundierte und statistisch robuste Indikatoren zur Verfügung stellen, um den Erfolg der aktuellen Förderinstrumente zu messen. Weiterhin sollen sie Hinweise für innovative, kostengünstige Finanzierungsmechanismen für Erneuerbare Energien geben. Auch Fragen der Koordination und Harmonisierung nationaler Instrumente werden betrachtet.
Weitere Arbeiten im Rahmen des Projektes beschäftigen sich mit der Verfügbarkeit von Biomasse und technologischen Lernkurven von Erneuerbaren Energien.

Zentrale Ergebnisse

Ausbauziele für Erneuerbaren Energien unter gegenwärtigen Bedingungen nicht erreichbar

Die von den EU-Mitgliedsstaaten in den „National Renewable Energy Action Plans“ (NREAPs) gesetzten Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 können der Studie zufolge mit den bestehenden und geplanten Instrumenten nicht erreicht werden. Im Business-as-usual-Szenario (BAU) werde nur ein Anteil von 15 % Erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch ...

Ausbauziele für Erneuerbaren Energien unter gegenwärtigen Bedingungen nicht erreichbar

Die von den EU-Mitgliedsstaaten in den „National Renewable Energy Action Plans“ (NREAPs) gesetzten Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 können der Studie zufolge mit den bestehenden und geplanten Instrumenten nicht erreicht werden. Im Business-as-usual-Szenario (BAU) werde nur ein Anteil von 15 % Erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch ...

Ausbauziele für Erneuerbaren Energien unter gegenwärtigen Bedingungen nicht erreichbar

Die von den EU-Mitgliedsstaaten in den „National Renewable Energy Action Plans“ (NREAPs) gesetzten Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 können der Studie zufolge mit den bestehenden und geplanten Instrumenten nicht erreicht werden. Im Business-as-usual-Szenario (BAU) werde nur ein Anteil von 15 % Erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch erreicht. Nur vier von 27 Ländern würden ihre Ausbauziele erfüllen (Schweden, Österreich, Finnland Estland), die EU verfehlt die Ziele insgesamt um 5,2 %.
Wenn die Mehrzahl der Mitgliedsstaaten sich an den Best-Practice-Maßnahmen („Triple-A policies“) der Vorreiter orientieren würde, wäre allerdings sogar eine Übererfüllung der Ausbauziele möglich. So würde im Szenario mit verstärkten Politikanstrengungen ein Anteil von 36 % Erneuerbarer Energie am Bruttostromverbrauch im Jahr 2020 erreicht. Eine Fortführung der politischen Maßnahmen zu Erreichung der Ausbauziele für 2020 ermögliche dabei auch längerfristig höhere Ausbauziele.

Verdopplung der Investitionen und Erhöhung der Fördereffizienz notwendig

Die Abschaffung nicht-ökonomischer Hemmnisse schätzen die Autoren als wichtig, aber nicht hinreichend ein, um die Ausbauziele zu erreichen. Um die für das Jahr 2020 gesetzten Ziele zu erreichen, seien in der EU ca. 80 Milliarden Euro (Mrd. €) pro Jahr an Investitionen nötig im Vergleich zu ca. 40 Mrd. € an Investitionen im Jahr 2009. Hierfür müssten Investitionsanreize geschaffen werden.
Gleichzeitig gelte es, durch die Verbesserung der ökonomischen Effizienz von Förderinstrumenten für Erneuerbare Energien die Kosten zu minimieren. Im Ländervergleich hätten sich dabei technologiespezifische Förderinstrumente als effektiver und kosteneffizienter erwiesen als technologieneutrale Mechanismen. Auch die Vermeidung von Mitnahmeeffekten und Maßnahmen zur Verringerung des Investitionsrisikos (Planungssicherheit, politische Stabilität) seien wichtige Stellschrauben. Im Hinblick auf die Onshore-Windenergie stellen die Autoren fest, dass die bestehenden Quotensysteme im Vergleich zu den Vorjahren zwar effektiver geworden seien, jedoch immer noch höhere Kosten durch Risikoprämien und Mitnahmeeffekte verursachten als Einspeisevergütungen.
Um die Kostenbelastungen durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu begrenzen und dennoch ausreichend Kapital bereitzustellen, sollten den Autoren zufolge die externen Kosten der konventionellen Energieträger zunehmend internalisiert werden (z.B. durch Emissionshandel, Energie- und Emissionssteuern, Emissionsgrenzwerte etc.).

Chancen der internationalen Kooperation

Den Studienergebnissen zufolge kann die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Mitgliedsstaaten, zum Beispiel in Form statistischer Transfers von Erneuerbarer Energie oder gemeinsamer Förderinstrumente, zu einer kostengünstigeren Zielerreichung führen. Für einige Mitgliedsstaaten seien Kooperationen sogar eine Voraussetzung, um die eigenen Ziele zu erreichen.
Von einer verpflichtenden Kooperation der Mitgliedsstaaten oder frühzeitigen Harmonisierung von Förderinstrumenten vor dem Jahr 2020 raten die Autoren allerdings ab, u.a. um Märkte und Investoren nicht zu verunsichern. Eine frühzeitige Harmonisierung von Einspeiseprämien bringe im Vergleich zu einer Verbesserung der nationalen Regelungen keinen signifikanten Vorteil.

Netz- und Marktintegration der Erneuerbaren Energien

Die zunehmende Integration Erneuerbarer Energien in den europäischen Strommarkt erfordere Investitionen in den Ausbau der Stromnetze und Anpassungen des aktuellen Strommarktdesigns. Ein funktionales Marktdesign für Erneuerbare Energien sollte den Autoren zufolge faire Endverbraucherstrompreise sicherstellen, die Kosten der Integration von Wind- und Solarenergie reduzieren und Marktmöglichkeiten für kleine Stromerzeuger schaffen.
Hinsichtlich des Netzausbaus sei eine langfristig angelegte und europaweit abgestimmte Planung nötig, um eine stufenweise, optimierte Entwicklung zu erreichen. Für die öffentliche Akzeptanz des Netzausbaus empfehlen die Autoren einen offenen und transparenten Prozess. Dabei wäre es laut Studie unwirtschaftlich, die Netzkapazitäten so zu erhöhen, dass keine Engpässe mehr bestehen. Stattdessen sei es sinnvoll, die knappen Kapazitäten zwischen und innerhalb der Länder aufzuteilen. Ein verbessertes Strommarktdesign und Engpassmanagement könne zu einer besseren Auslastung der Stromnetze führen und bis zu 30 % höhere internationale Stromtransporte in Europa ermöglichen bei Kosteneinsparungen in Höhe von 0,8 bis zwei Milliarden Euro.

Biomasse und Technologisches Lernen

Biomasse stelle eine wichtige Option dar, um die Ziele der EU zu erreichen. Das von den Autoren verwendete Green-X-Modell nimmt ein Biomasse-Potenzial von 280 Mtoe für das Jahr 2020 an im Vergleich zu 202 Mtoe im Jahr 2010. Die gesamte Nachfrage nach Biomasse in den Szenarien liegt zwischen 147 Mtoe (BAU-Szenario) und 174 Mtoe (SNP-Szenario). Den Modellierungsergebnissen zufolge werde die Intensität des Biomassehandels künftig weiter zunehmen.
Modellierungen zum technologischen Lernen zeigen den Autoren zufolge sinkende Investitionskosten für Erneuerbare Energien. Lerneffekte im Bereich der Windenergie und der kleinen Biomasseanlagen seien in den letzten Jahren jedoch durch die Entwicklung der Rohstoffpreise (z.B. für Stahl, Erdgas) überkompensiert worden. Bis 2030 schätzen die Autoren, dass die Kosten für Windenergie unter die Kosten für konventionelle Erzeuger fallen werden und die Photovoltaik in Zentraleuropa nur geringfügig teurer sein werde.

Zentrale Annahmen und Thesen

Ausgangspunkt für die Evaluierung der nationalen Fördersysteme für Erneuerbare Energien sind die Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (2009/28/EC) und der Nationalen Aktionspläne für Erneuerbare Energien (National Renewable Energy Action Plans, NREAPs). Die darin festgelegten Ausbauziele sehen für das Jahr 2020 einen Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch der EU von rund 20 % vor. Die Autoren beurteilen den Erfolg der bestehenden Förderinstrumente im Wesentlichen an den Fortschritten zum Erreichen dieser Ausbauziele und richten auch ihre ...

Ausgangspunkt für die Evaluierung der nationalen Fördersysteme für Erneuerbare Energien sind die Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (2009/28/EC) und der Nationalen Aktionspläne für Erneuerbare Energien (National Renewable Energy Action Plans, NREAPs). Die darin festgelegten Ausbauziele sehen für das Jahr 2020 einen Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch der EU von rund 20 % vor. Die Autoren beurteilen den Erfolg der bestehenden Förderinstrumente im Wesentlichen an den Fortschritten zum Erreichen dieser Ausbauziele und richten auch ihre ...

Ausgangspunkt für die Evaluierung der nationalen Fördersysteme für Erneuerbare Energien sind die Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (2009/28/EC) und der Nationalen Aktionspläne für Erneuerbare Energien (National Renewable Energy Action Plans, NREAPs). Die darin festgelegten Ausbauziele sehen für das Jahr 2020 einen Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch der EU von rund 20 % vor. Die Autoren beurteilen den Erfolg der bestehenden Förderinstrumente im Wesentlichen an den Fortschritten zum Erreichen dieser Ausbauziele und richten auch ihre Empfehlungen für künftige Politikmaßnahmen danach aus. Die Bewertung der bestehenden Förderpolitiken erfolgt anhand von vier Indikatoren zu folgenden Aspekten:
- Effektivität
- Effizienz
- Ausbaustatus in einzelnen Ländern
- Reife des Elektrizitätsmarkts für die Integration Erneuerbarer Energien
Die in den letzten Jahren vollzogene Entwicklung der Erneuerbaren Energien in den Bereichen Strom und Wärme betrachten die Autoren als erfolgreich, sehen jedoch für die nächsten Jahre noch eine Reihe von Herausforderungen. Längerfristige Verpflichtungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Europa seien aufgrund der Auswirkungen auf das Investitionsklima eine wichtige Voraussetzung, um die 2020-Ziele zu erreichen. Daher seien auch für den Zeitraum von 2020 bis 2030 verbindliche europäische und nationale Ausbauziele zu empfehlen.
Da das Fördervolumen für Erneuerbare Energien weiter ansteigen werde, müssten die politischen Rahmenbedingungen kontinuierlich überprüft und verbessert werden. Die in der EU-Richtlinie vorgesehenen Kooperationsmechanismen sollten genutzt werden, um Ressourcen optimal zu verteilen.

Methodik

Die Studie fasst zunächst die Analyseergebnisse hinsichtlich der im Jahr 2009 in den EU-Mitgliedsstaaten bestehenden Instrumente zur Förderung der Erneuerbaren Energien zusammen. Der Erfolg der verschiedenen Fördersysteme (z.B. Einspeisevergütungen, Quotensysteme, Steueranreize) wird für 13 Technologien des Strom-, Wärme- und Transportsektors anhand quantitativer Indikatoren hinsichtlich Effektivität und Effizienz gemessen. Im Vergleich zum Monitoringprozess der europäischen Kommission zu den Fördermechanismen für die Erneuerbaren Energien werden zwei neue Indikatoren genutzt: Ein Indikator ...

Die Studie fasst zunächst die Analyseergebnisse hinsichtlich der im Jahr 2009 in den EU-Mitgliedsstaaten bestehenden Instrumente zur Förderung der Erneuerbaren Energien zusammen. Der Erfolg der verschiedenen Fördersysteme (z.B. Einspeisevergütungen, Quotensysteme, Steueranreize) wird für 13 Technologien des Strom-, Wärme- und Transportsektors anhand quantitativer Indikatoren hinsichtlich Effektivität und Effizienz gemessen. Im Vergleich zum Monitoringprozess der europäischen Kommission zu den Fördermechanismen für die Erneuerbaren Energien werden zwei neue Indikatoren genutzt: Ein Indikator ...

Die Studie fasst zunächst die Analyseergebnisse hinsichtlich der im Jahr 2009 in den EU-Mitgliedsstaaten bestehenden Instrumente zur Förderung der Erneuerbaren Energien zusammen. Der Erfolg der verschiedenen Fördersysteme (z.B. Einspeisevergütungen, Quotensysteme, Steueranreize) wird für 13 Technologien des Strom-, Wärme- und Transportsektors anhand quantitativer Indikatoren hinsichtlich Effektivität und Effizienz gemessen. Im Vergleich zum Monitoringprozess der europäischen Kommission zu den Fördermechanismen für die Erneuerbaren Energien werden zwei neue Indikatoren genutzt: Ein Indikator zum Stand der Entwicklung des Ausbaus erneuerbarer Energien in einem bestimmten Mitgliedsstaat (Deployment Status Indicator) sowie ein Indikator zum Status des Strommarktes im Hinblick auf die Marktintegration Erneuerbarer Energien (Electricity Market Preparedness Indicator).
Die Modellierung verschiedener Szenarien bis zum Jahr 2020/2030 dient dazu, die Wirkung von Förderinstrumenten auf die Entwicklung der Erneuerbaren Energien und das Erreichen der europäischen Ausbauziele zu analysieren. Ein unter den jetzigen Rahmenbedingungen erwartetes „Business-as-usual“ (BAU)-Szenario wird mit mehreren anderen Szenarien verglichen, die die Abschaffung wesentlicher Hemmnisse für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und verstärkte nationale politische Maßnahmen (SNP, „Strenghend National Policies“) unterstellen. In Sensitivitätsanalysen werden die Auswirkungen verschieden stark ausgeprägter Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten bzw. der Harmonisierung von Förderinstrumenten und weiterer Einflussfaktoren untersucht. Anschließend werden die Unterschiede diskutiert und Politikempfehlungen herausgearbeitet.
Wege zur optimalen Integration von erneuerbaren Energien in das Stromnetz und in die Strommärkte werden auf der Basis einer Literaturanalyse identifiziert. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Rolle der Biomasse zur Erreichung der EU-Ziele und technologischen Lernkurven der Erneuerbaren Energien.

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