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Monitoring der Kosten und Nutzenwirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien im Strom- und Wärmebereich im Jahr 2011

Herausgeber/Institute:

Fraunhofer ISI, DIW, GWS, IZES

Datum:

Juni 2012

Autoren:

Barbara Breitschopf et al.

Art der Veröffentlichung:

Forschungsbericht

Auftraggeber/Förderer:

BMU

Themenbereiche:

Ökonomie
Umwelt + Soziales

Schlagwörter:

ökonomische Effekte, Arbeitsplätze, Klimaschutz, Energiepreise, Exporte, Investitionen, Strompreis, Strommarkt, MAP, Wärmemarkt, Versorgungssicherheit, Treibhausgase

Seitenzahl:

33

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Zielsetzung und Fragestellung

Der Monitoringbericht stellt für das Jahr 2011 dar, welche gesamtwirtschaftlichen Kosten- und Nutzenwirkungen mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien im deutschen Strom- und Wärmemarkt verbunden sind. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens zur Analyse der ökonomischen Effekte der Erneuerbaren Energien (ImpRES) werden damit die Studien zu den Jahren 2009 und 2010 fortgeschrieben. Ziel ist es, die diversen wirtschaftlichen Auswirkungen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien zu erfassen und eine umfassende Bewertung der ökonomischen Effekte zu ermöglichen. Hintergrund ist die in der Öffentlichkeit häufig dominierende Debatte um die EEG-Förderkosten.

Zentrale Ergebnisse

Systemanalytische Kosten- und Nutzeneffekte Die systemanalytischen Differenzkosten zwischen der Strom- und Wärmegewinnung aus Erneuerbaren Energien und der aus fossilen Energieträgern liegen im Jahr 2011 bei insgesamt knapp 11 Milliarden Euro (Mrd. €). Mit fast 10 Mrd. € entfällt der überwiegende Teil auf den Strombereich und hier hauptsächlich auf die Photovoltaik. Diesen Kosten steht ein volkswirtschaftlicher Nutzen in Form vermiedener Umweltschäden von ...

Systemanalytische Kosten- und Nutzeneffekte Die systemanalytischen Differenzkosten zwischen der Strom- und Wärmegewinnung aus Erneuerbaren Energien und der aus fossilen Energieträgern liegen im Jahr 2011 bei insgesamt knapp 11 Milliarden Euro (Mrd. €). Mit fast 10 Mrd. € entfällt der überwiegende Teil auf den Strombereich und hier hauptsächlich auf die Photovoltaik. Diesen Kosten steht ein volkswirtschaftlicher Nutzen in Form vermiedener Umweltschäden von ...

Systemanalytische Kosten- und Nutzeneffekte Die systemanalytischen Differenzkosten zwischen der Strom- und Wärmegewinnung aus Erneuerbaren Energien und der aus fossilen Energieträgern liegen im Jahr 2011 bei insgesamt knapp 11 Milliarden Euro (Mrd. €). Mit fast 10 Mrd. € entfällt der überwiegende Teil auf den Strombereich und hier hauptsächlich auf die Photovoltaik. Diesen Kosten steht ein volkswirtschaftlicher Nutzen in Form vermiedener Umweltschäden von insgesamt rund 10 Mrd. € gegenüber. Auch hier dominiert mit 8 Mrd. € der Stromsektor. In der Bilanz der quantifizierten systemanalytischen Effekte zeigt sich 2011 ein leicht negativer Saldo. Hierbei bleiben jedoch wichtige Nutzeneffekte unbeachtet, da beispielsweise Spillover-Effekte in den Bereichen Politik oder Forschung und Entwicklung bisher nicht monetär quantifiziert worden sind. Auch die bewirkten technischen Entwicklungen, erhöhte Versorgungssicherheit und vermindertes nukleares Risiko sind laut Studie positive, aber nicht quantifizierte Wirkungen. Aufgrund der Fülle positiver Effekte gehen die Autoren gesamtwirtschaftlich von einer positiven Nettobilanz des Ausbaus der Erneuerbaren Energien aus. Verteilungswirkungen Bei den Verteilungsaspekten schlagen vor allem die EEG-Differenzkosten in Höhe von rund 13,5 Mrd. € zu Buche, die auf die Stromverbraucher umgelegt werden. Diesen Belastungen stehen Entlastungen durch den Merit-Order-Effekt gegenüber, sofern die gesunkenen Kosten für Stromlieferanten und -großverbraucher an die Stromkunden weitergereicht werden. Im Jahr 2010 führte der Merit-Order-Effekt zu einer Absenkung der Strompreise im Großhandel um 2,8 Mrd. € (der Wert für 2011 lag zum Zeitpunkt der Studie noch nicht vor). Stromintensive Unternehmen dürften der Studie zufolge im Jahr 2011 aufgrund der Begrenzung der EEG-Umlage durch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) und den gleichzeitig gesunkenen Stromgroßhandelspreisen sogar netto entlastet worden sein. Die BesAR privilegiert stromintensive Betriebe und führt im Gegenzug zu einer Mehrbelastung der übrigen Stromverbraucher, die sich für das Jahr 2011 auf eine Höhe von 2,2 Mrd. € beläuft. Zu den Verteilungseffekten zählen weiterhin die Fördermittel für Erneuerbare Energien zu Lasten des Staatshaushaltes bzw. der Steuerzahler. Für Forschung und Entwicklung sowie Marktförderung, vor allem in Form des Marktanreizprogramms, beläuft sich die Fördersumme aus Bundesmitteln im Jahr 2011 auf 0,6 Mrd. €. Auch die Besteuerung von Strom aus Erneuerbaren Energien hat Verteilungseffekte. Das Steueraufkommen durch regenerativ erzeugten Strom schätzt die Studie auf rund 1,6 Mrd. €, die zum Teil zur Finanzierung des Marktanreizprogramms für den Wärmesektor beitragen. Eine abschließende Gegenüberstellung, welche Akteure in welchem Umfang be- bzw. entlastet werden, ist den Autoren zufolge bisher nicht möglich. Makroökonomische Effekte Der Einsatz Erneuerbarer Energien hat im Jahr 2011 fossile Brennstoffimporte im Wert von rund 7 Mrd. € vermieden. Davon entfallen rund 2,9 Mrd. € an Importeinsparungen auf den Strom-, 3,4 Mrd. € auf den Wärme- und 0,7 Mrd. € auf den Verkehrsbereich. Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien haben sich im Jahr 2011 auf insgesamt rund 23 Mrd. € belaufen. Mit etwa 20 Mrd. € entfällt davon der Großteil auf Herstellung, Bau und Errichtung von Anlagen zur Stromerzeugung. Rund 3 Mrd. € sind in die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien investiert worden. Verglichen mit dem Vorjahreswert von 26,5 Mrd. € ist der Umfang der Investitionen damit leicht rückläufig gewesen. Grund dafür ist der starke Preisrückgang bei den Solarmodulen. Bei den übrigen Erneuerbaren-Energien-Technologien (mit Ausnahme der festen Biomasse für die Wärmebereitstellung) sind die Investitionen im Jahr 2011 gestiegen. Dementsprechend fallen auch die Umsätze mit Anlagen und Komponenten von in Deutschland produzierenden Herstellern mit 24,9 Mrd. € etwas geringer aus als im Vorjahr (2010: 25,3 Mrd. Euro), obwohl die Umsätze im Bereich Wind, flüssige und gasförmige Biomasse sowie Solarthermie deutlich gestiegen sind. Die Bruttobeschäftigung in der Erneuerbaren-Energien-Branche ist von 367.400 im Vorjahr auf 381.600 im Jahr 2011 angestiegen.

Verteilungswirkungen

Bei den Verteilungsaspekten schlagen vor allem die EEG-Differenzkosten in Höhe von rund 13,5 Mrd. € zu Buche, die auf die Stromverbraucher umgelegt werden. Diesen Belastungen stehen Entlastungen durch den Merit-Order-Effekt gegenüber, sofern die gesunkenen Kosten für Stromlieferanten und -großverbraucher an die Stromkunden weitergereicht werden. Im Jahr 2010 führte der Merit-Order-Effekt zu einer Absenkung der Strompreise im Großhandel um 2,8 Mrd. € (der Wert für 2011 lag zum Zeitpunkt der Studie noch nicht vor).
Stromintensive Unternehmen dürften der Studie zufolge im Jahr 2011 aufgrund der Begrenzung der EEG-Umlage durch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) und den gleichzeitig gesunkenen Stromgroßhandelspreisen sogar netto entlastet worden sein. Die BesAR privilegiert stromintensive Betriebe und führt im Gegenzug zu einer Mehrbelastung der übrigen Stromverbraucher, die sich für das Jahr 2011 auf eine Höhe von 2,2 Mrd. € beläuft.
Zu den Verteilungseffekten zählen weiterhin die Fördermittel für Erneuerbare Energien zu Lasten des Staats-haushaltes bzw. der Steuerzahler. Für Forschung und Entwicklung sowie Marktförderung, vor allem in Form des Marktanreizprogramms, beläuft sich die Fördersumme aus Bundesmitteln im Jahr 2011 auf 0,6 Mrd. €.
Auch die Besteuerung von Strom aus Erneuerbaren Energien hat Verteilungseffekte. Das Steueraufkommen durch regenerativ erzeugten Strom schätzt die Studie auf rund 1,6 Mrd. €, die zum Teil zur Finanzierung des Marktanreizprogramms für den Wärmesektor beitragen. Eine abschließende Gegenüberstellung, welche Akteure in welchem Umfang be- bzw. entlastet werden, ist den Autoren zufolge bisher nicht möglich.

Makroökonomische Effekte

Der Einsatz Erneuerbarer Energien hat im Jahr 2011 fossile Brennstoffimporte im Wert von rund 7 Mrd. € vermieden. Davon entfallen rund 2,9 Mrd. € an Importeinsparungen auf den Strom-, 3,4 Mrd. € auf den Wärme- und 0,7 Mrd. € auf den Verkehrsbereich.
Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien haben sich im Jahr 2011 auf insgesamt rund 23 Mrd. € belaufen. Mit etwa 20 Mrd. € entfällt davon der Großteil auf Herstellung, Bau und Errichtung von Anlagen zur Stromerzeugung. Rund 3 Mrd. € sind in die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien investiert worden. Verglichen mit dem Vorjahreswert von 26,5 Mrd. € ist der Umfang der Investitionen damit leicht rückläufig gewesen. Grund dafür ist der starke Preisrückgang bei den Solarmodulen. Bei den übrigen Erneuerbaren-Energien-Technologien (mit Ausnahme der festen Biomasse für die Wärmebereitstellung) sind die Investitionen im Jahr 2011 gestiegen. Dementsprechend fallen auch die Umsätze mit Anlagen und Komponenten von in Deutschland produzierenden Herstellern mit 24,9 Mrd. € etwas geringer aus als im Vorjahr (2010: 25,3 Mrd. Euro), obwohl die Umsätze im Bereich Wind, flüssige und gasförmige Biomasse sowie Solarthermie deutlich gestiegen sind.
Die Bruttobeschäftigung in der Erneuerbaren-Energien-Branche ist von 367.400 im Vorjahr auf 381.600 im Jahr 2011 angestiegen.

Zentrale Annahmen und Thesen

Ausgangspunkt der Kosten- und Nutzenanalyse ist die Definition und Abgrenzung verschiedener Wirkungskategorien. Hierzu gehören die „systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen“, die mit dem Verbrauch von Ressourcen verbunden sind, die „Verteilungs- und Preiseffekte“, die keinen gesamtwirtschaftlichen Ressourcenverbrauch darstellen, aber einzelne Akteure be- oder entlasten und die „makroökonomischen Effekte“ zu gesamtwirtschaftlichen Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt oder Beschäftigung.

Jenseits der in der Studie quantifizierten Wirkungen weisen die Autoren darauf hin, dass es eine Reihe ...

Ausgangspunkt der Kosten- und Nutzenanalyse ist die Definition und Abgrenzung verschiedener Wirkungskategorien. Hierzu gehören die „systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen“, die mit dem Verbrauch von Ressourcen verbunden sind, die „Verteilungs- und Preiseffekte“, die keinen gesamtwirtschaftlichen Ressourcenverbrauch darstellen, aber einzelne Akteure be- oder entlasten und die „makroökonomischen Effekte“ zu gesamtwirtschaftlichen Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt oder Beschäftigung.

Jenseits der in der Studie quantifizierten Wirkungen weisen die Autoren darauf hin, dass es eine Reihe ...

Ausgangspunkt der Kosten- und Nutzenanalyse ist die Definition und Abgrenzung verschiedener Wirkungskategorien. Hierzu gehören die „systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen“, die mit dem Verbrauch von Ressourcen verbunden sind, die „Verteilungs- und Preiseffekte“, die keinen gesamtwirtschaftlichen Ressourcenverbrauch darstellen, aber einzelne Akteure be- oder entlasten und die „makroökonomischen Effekte“ zu gesamtwirtschaftlichen Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt oder Beschäftigung.

Jenseits der in der Studie quantifizierten Wirkungen weisen die Autoren darauf hin, dass es eine Reihe weiterer Effekte der Erneuerbaren Energien gibt, die das Forschungsvorhalben allerdings noch nicht quantifiziert. Hierzu zählen zum Beispiel Auswirkungen auf Innovationen und Versorgungssicherheit.
Eine Addition der gesamten ökonomischen Effekte ist den Autoren zufolge nicht möglich, sondern nur bei gleichen Wirkungstypen, Analysegegenständen und Einheiten zulässig. Demnach erfolgt nur in der Kategorie der systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen eine quantitative Gegenüberstellung.

Methodik

Methodisch stützt sich die vorliegende Analyse auf die von dem gleichen Konsortium erstellte umfassende Studie zu den Kosten- und Nutzenwirkungen aus dem Jahr 2010. Hierbei ist im Auftrag des Bundesumweltministeriums eine Systematik entwickelt worden, die eine Gesamtbetrachtung der Kosten- und Nutzenwirkungen Erneuerbarer Energien ohne Doppelzählungen oder Lücken ermöglichen soll. Dafür werden die Kosten- und Nutzeneffekte in drei Wirkungskategorien unterteilt, innerhalb derer jeweils einzelne Größen quantitativ gegenübergestellt werden: Die „Systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen“ ...

Methodisch stützt sich die vorliegende Analyse auf die von dem gleichen Konsortium erstellte umfassende Studie zu den Kosten- und Nutzenwirkungen aus dem Jahr 2010. Hierbei ist im Auftrag des Bundesumweltministeriums eine Systematik entwickelt worden, die eine Gesamtbetrachtung der Kosten- und Nutzenwirkungen Erneuerbarer Energien ohne Doppelzählungen oder Lücken ermöglichen soll. Dafür werden die Kosten- und Nutzeneffekte in drei Wirkungskategorien unterteilt, innerhalb derer jeweils einzelne Größen quantitativ gegenübergestellt werden: Die „Systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen“ ...

Methodisch stützt sich die vorliegende Analyse auf die von dem gleichen Konsortium erstellte umfassende Studie zu den Kosten- und Nutzenwirkungen aus dem Jahr 2010. Hierbei ist im Auftrag des Bundesumweltministeriums eine Systematik entwickelt worden, die eine Gesamtbetrachtung der Kosten- und Nutzenwirkungen Erneuerbarer Energien ohne Doppelzählungen oder Lücken ermöglichen soll. Dafür werden die Kosten- und Nutzeneffekte in drei Wirkungskategorien unterteilt, innerhalb derer jeweils einzelne Größen quantitativ gegenübergestellt werden: Die „Systemanalytischen Kosten- und Nutzenwirkungen“ betrachten die direkten und indirekten Kosten und Nutzeneffekte des Ausbaus Erneuerbarer Energien. Hierzu gehören die für Errichtung und Betrieb von Anlagen benötigten Ressourcen, die Infrastrukturkosten (Netz-/Speicherausbau) und Transaktionskosten. Zu den Nutzenkomponenten werden Ressourcenschonung und vermiedene Umweltschäden gezählt. Die Wirkungen der Erneuerbaren Energien werden hierbei im Vergleich mit einer Energieversorgung ohne forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien ermittelt.
Die „Verteilungs- und Preiseffekte“ stellen die Be- und Entlastungen dar, die sich aus der Förderung der Erneuerbaren Energien für verschiedene Akteursgruppen und den Staat ergeben.
Zu den „Makroökonomischen Effekten“ zählen Indikatoren auf gesamtwirtschaftlicher Ebene, beispielsweise Investitionen, Umsatz, Importe und Beschäftigung.
Der Analysehorizont umfasst die Jahre 2008 bis 2011 mit Angaben zu den jeweiligen Preisen – mit Ausnahme der vermiedenen Umweltschäden, deren vorläufige Abschätzung für 2011 auf der Preisbasis von 2010 erfolgt.

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