• Sie befinden sich hier:
  • Studiendatenbank

Im Fokus der Studiendatenbank stehen Veröffentlichungen, die sich mit dem notwendigen Umbau und der Steuerung des Energiesystems für eine erfolgreiche Energiewende insgesamt beschäftigen. Mehr zu den Kriterien, nach denen das Forschungsradar Studien aufnimmt …

 

Herausgeber/Institute
AbkürzungsverzeichnisAbkürzungsverzeichnis

Merkzettel

0 Studien

Vergleichsliste

0 Studien (max. 3)
Zurück zur Liste

Mit Energieszenarien gut beraten. Anforderungen an wissenschaftliche Politikberatung

Herausgeber/Institute:

acatech, Leopoldina, Akademienunion

Datum:

Januar 2016

Autoren:

Armin Grunwald et al.

Art der Veröffentlichung:

Stellungnahme

Themenbereiche:

Politik
Energiesysteme

Schlagwörter:

Akteure, Potenziale, Systemtransformation

Seitenzahl:

36

Kommentare (0)

Zielsetzung und Fragestellung

Die Stellungnahme formuliert Anforderungen und Leitlinien für die Erstellung und Interpretation von Energieszenarien und beschreibt Handlungsoptionen zur Verbesserung der Beratungspraxis. Sie fokussiert sich dabei Szenariostudien, die der Politikberatung dienen.

Zentrale Ergebnisse

Anforderungen an Energieszenarien: Wissenschaftliche Validität
Energieszenarien seien wissenschaftlich valide, wenn sie gemäß den Standards guter wissenschaftlicher Arbeit erstellt und dokumentiert würden. Die Methoden, Modelle und Daten müssten in der Wissenschaft anerkannt sein. Modellunsicherheiten könnten durch Modellvergleichsrechnungen abgeschätzt werden. Das Treffen von Annahmen müsse offen gelegt und begründet werden. Bei den Schlussfolgerungen könne es zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber zu Konflikten kommen. Deshalb sei sicherzustellen, dass die Schlussfolgerungen durch die ...

Anforderungen an Energieszenarien: Wissenschaftliche Validität
Energieszenarien seien wissenschaftlich valide, wenn sie gemäß den Standards guter wissenschaftlicher Arbeit erstellt und dokumentiert würden. Die Methoden, Modelle und Daten müssten in der Wissenschaft anerkannt sein. Modellunsicherheiten könnten durch Modellvergleichsrechnungen abgeschätzt werden. Das Treffen von Annahmen müsse offen gelegt und begründet werden. Bei den Schlussfolgerungen könne es zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber zu Konflikten kommen. Deshalb sei sicherzustellen, dass die Schlussfolgerungen durch die ...

Anforderungen an Energieszenarien: Wissenschaftliche Validität
Energieszenarien seien wissenschaftlich valide, wenn sie gemäß den Standards guter wissenschaftlicher Arbeit erstellt und dokumentiert würden. Die Methoden, Modelle und Daten müssten in der Wissenschaft anerkannt sein. Modellunsicherheiten könnten durch Modellvergleichsrechnungen abgeschätzt werden. Das Treffen von Annahmen müsse offen gelegt und begründet werden. Bei den Schlussfolgerungen könne es zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber zu Konflikten kommen. Deshalb sei sicherzustellen, dass die Schlussfolgerungen durch die Methode und die Ergebnisse gestützt werden.
Wissenschaftliche Validität könne durch ein Peer-Review im Rahmen von Veröffentlichungen in Fachzeitschriften erfolgen. So könnten etablierte Mechanismen der Qualitätssicherung genutzt werden. Die Auftraggeber könnten auch unabhängige Gutachter für ein Peer-Review benennen oder einen wissenschaftlichen Beirat bzw. ein permanentes Gremium einsetzen, die schon die gesamte Studienerstellung kritisch begleiten. Unsicherheiten sollten durch Modellvergleichs-, Sensitivitäts- und Metaanalysen systematisch untersucht werden. Methoden der systematischen Analyse von Unsicherheiten sollten stärker etabliert werden.
Anforderungen an Energieszenarien: Transparenz
Transparenz bedeute, dass die Studien für die Öffentlichkeit zugänglich und die Ergebnisse für die Zielgruppen nachvollziehbar sein müssen. Normative Prämissen sowie Unsicherheiten in der Analyse und deren Konsequenzen für die Ergebnisse und Schlussfolgerungen seien deutlich zu machen. Ergebnisse sollten replizierbar, d.h. nachrechenbar, sein. Dafür müsse der Zugang zu den verwendeten Daten, Modellen und zugrunde liegenden Annahmen offen stehen.
Die Erstellung und Pflege eines Satzes von Referenzdaten und –annahmen für das deutsche Energiesystem sowie Open-Source-Modelle seien mögliche Optionen, um die Vergleichbarkeit von Szenariostudien zu erhöhen.
Anforderungen an Energieszenarien: Ergebnisoffenheit
Zur Verbesserung der Ergebnisoffenheit sollten die Vorgabe von Annahmen oder Zielwerten bzw. die Auswahlkriterien für die getroffenen Annahmen transparent gemacht werden. Einflussnahmen des Auftraggebers und anderer Akteure auf die Studie seien nur dann zulässig, wenn sie benannt und die Konsequenzen für die Ergebnisse und Schlussfolgerungen offen dargestellt würden.
Für die Umsetzung verantwortliche Akteure
Die Autoren sehen die Auftraggeber von Energieszenarien, die Auftragnehmer sowie die demokratische Öffentlichkeit in der Pflicht, für eine hohe Qualität von Energieszenarien und der damit verbundenen Politikberatung zu sorgen. Die Verantwortung reiche von den Ausschreibungen und den Rahmenbedingungen für die Auftragsvergabe über die sorgfältige und gut dokumentierte Umsetzung bis zur Wahrnehmung, Diskussion und Beurteilung der Ergebnisse in der Öffentlichkeit bzw. den Medien.

Zentrale Annahmen und Thesen

Die Autoren betrachten Energieszenarien grundsätzlich als gutes Instrument für die Gestaltung des Transformationsprozesses im Energiesystem. Wissenschaftliche Szenarien könnten sowohl der Komplexität des Energiesystems als auch den Unsicherheiten im Hinblick auf künftige Entwicklungen Rechnung tragen. Wegen ihrer bedeutenden Rolle in der energiepolitischen Debatte solle es anderen Fachleuten ermöglicht werden, die in den Szenarien verwendeten Daten, Modelle und konkreten Annahmen zu überprüfen. Die Ergebnisse sollten wiederum allgemeinverständlich aufbereitet sein, damit auch ...

Die Autoren betrachten Energieszenarien grundsätzlich als gutes Instrument für die Gestaltung des Transformationsprozesses im Energiesystem. Wissenschaftliche Szenarien könnten sowohl der Komplexität des Energiesystems als auch den Unsicherheiten im Hinblick auf künftige Entwicklungen Rechnung tragen. Wegen ihrer bedeutenden Rolle in der energiepolitischen Debatte solle es anderen Fachleuten ermöglicht werden, die in den Szenarien verwendeten Daten, Modelle und konkreten Annahmen zu überprüfen. Die Ergebnisse sollten wiederum allgemeinverständlich aufbereitet sein, damit auch ...

Die Autoren betrachten Energieszenarien grundsätzlich als gutes Instrument für die Gestaltung des Transformationsprozesses im Energiesystem. Wissenschaftliche Szenarien könnten sowohl der Komplexität des Energiesystems als auch den Unsicherheiten im Hinblick auf künftige Entwicklungen Rechnung tragen. Wegen ihrer bedeutenden Rolle in der energiepolitischen Debatte solle es anderen Fachleuten ermöglicht werden, die in den Szenarien verwendeten Daten, Modelle und konkreten Annahmen zu überprüfen. Die Ergebnisse sollten wiederum allgemeinverständlich aufbereitet sein, damit auch nicht-wissenschaftliche Akteure sie einordnen können. Hier bestehe Verbesserungsbedarf, bisher mangele es Energieszenarien häufig an Transparenz, Ergebnisoffenheit und wissenschaftlicher Validität. Unsicherheiten bei der Analyse, die Ergebnisse und die wissenschaftlichen Methoden seien bisher für außerwissenschaftliche Adressaten nicht ausreichend nachvollziehbar. Die verwendeten Modelle, Daten und Annahmen würden teilweise unvollständig dokumentiert oder nicht klar genug beschrieben. Auch sei nicht immer transparent, inwiefern der Auftraggeber die Ergebnisse und Schlussfolgerungen beeinflusst habe. Die Autoren fordern daher die Entwicklung und Einführung von allgemeinen Standards für Energieszenariostudien, die den in der Studie beschriebenen Anforderungen zu Validität, Transparenz und Ergebnisoffenheit gerecht werden.

Methodik

Es handelt sich um eine wissenschaftliche Stellungnahme der Arbeitsgruppe „Szenarien“ des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“. Für die Erarbeitung des Papiers haben verschiedene Wissenschaftler ihre Erfahrungen im Rahmen von Workshops und Gutachten eingebracht.
Nach der Definition des Gegenstandes „Energieszenarien“ formulieren die Autoren ihre Anforderungen an Energieszenarien und die ihrer Ansicht nach verantwortlichen Akteursgruppen. Abschließend zeigt die Studie Optionen auf, wie die Anforderungen für eine verbesserte wissenschaftliche Politikberatung erfüllt werden können.

Thematisch ähnliche Studien

PermaLink