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Laufzeitverlängerung gefährdet Erfolg der erneuerbaren Energien

Herausgeber/Institute:

SRU

Datum:

September 2010

Autoren:

Martin Faulstich et al.

Art der Veröffentlichung:

Themenbereiche:

Politik
Energiesysteme

Schlagwörter:

Atomkraft

Seitenzahl:

13

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Zielsetzung und Fragestellung

In seinem Kommentar zum Energiekonzept der Bundesregierung vom September 2010 nimmt der SRU zur Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke Stellung. Dabei führt er seine Bedenken gegen die Laufzeitverlängerung im Hinblick auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien aus.

Der SRU analysiert dazu die Wechselwirkungen zwischen einer Laufzeitverlängerung und dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien in technischer und ökonomischer Hinsicht. Daneben beschäftigt er sich mit den Auswirkungen einer Laufzeitverlängerung auf das Erreichen von Klimaschutzzielen und deren gesamtwirtschaftliche Effekte.

Zentrale Ergebnisse

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hält die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke für einen Fehler, da diese zu den Zielen des Energiekonzepts und zum Aufbau einer nachhaltigen Stromversorgung in Widerspruch steht. Durch die Laufzeitverlängerung wächst die Gefahr, dass das Erfolgsmodell der Förderung Erneuerbarer Energien in Deutschland insgesamt unter Druck gerät und sich die Bedingungen für erneuerbare Stromerzeugung verschlechtern.

Eine Laufzeitverlängerung bringt keine wesentlichen volkswirtschaftlichen oder umweltpolitischen Vorteile. Die Nachteile und Risiken ...

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hält die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke für einen Fehler, da diese zu den Zielen des Energiekonzepts und zum Aufbau einer nachhaltigen Stromversorgung in Widerspruch steht. Durch die Laufzeitverlängerung wächst die Gefahr, dass das Erfolgsmodell der Förderung Erneuerbarer Energien in Deutschland insgesamt unter Druck gerät und sich die Bedingungen für erneuerbare Stromerzeugung verschlechtern.

Eine Laufzeitverlängerung bringt keine wesentlichen volkswirtschaftlichen oder umweltpolitischen Vorteile. Die Nachteile und Risiken ...

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hält die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke für einen Fehler, da diese zu den Zielen des Energiekonzepts und zum Aufbau einer nachhaltigen Stromversorgung in Widerspruch steht. Durch die Laufzeitverlängerung wächst die Gefahr, dass das Erfolgsmodell der Förderung Erneuerbarer Energien in Deutschland insgesamt unter Druck gerät und sich die Bedingungen für erneuerbare Stromerzeugung verschlechtern.

Eine Laufzeitverlängerung bringt keine wesentlichen volkswirtschaftlichen oder umweltpolitischen Vorteile. Die Nachteile und Risiken einer Verlängerung sind jedoch gut belegt. Die Bundesregierung sollte ihre Kräfte auf Klimaschutz und Effizienz konzentrieren, statt den gefundenen gesellschaftlichen Konsens zur Kernenergie aufzukündigen, langwierige rechtliche Konflikte in Kauf zu nehmen und dadurch Investitionen zu bremsen.

Zentrale Annahmen und Thesen

Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke gefährden den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Es gibt einen technisch-ökonomischen Systemkonflikt zwischen Erneuerbaren Energien und Grundlastkraftwerken. Kernkraftwerke können nur in dem Bereich von 50 bis 100% ihrer Nennleistung für den Lastfolgebetrieb eingesetzt werden, was im Widerspruch zum mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien steigenden Bedarf an Flexibilität im konventionellen Kraftwerkspark steht.
Überkapazitäten an Grundlastkraftwerken führen zu ökonomischen Konflikten mit den Flexibilitätserfordernissen der Erneuerbaren Energien, da ...

Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke gefährden den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Es gibt einen technisch-ökonomischen Systemkonflikt zwischen Erneuerbaren Energien und Grundlastkraftwerken. Kernkraftwerke können nur in dem Bereich von 50 bis 100% ihrer Nennleistung für den Lastfolgebetrieb eingesetzt werden, was im Widerspruch zum mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien steigenden Bedarf an Flexibilität im konventionellen Kraftwerkspark steht.
Überkapazitäten an Grundlastkraftwerken führen zu ökonomischen Konflikten mit den Flexibilitätserfordernissen der Erneuerbaren Energien, da ...

Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke gefährden den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Es gibt einen technisch-ökonomischen Systemkonflikt zwischen Erneuerbaren Energien und Grundlastkraftwerken. Kernkraftwerke können nur in dem Bereich von 50 bis 100% ihrer Nennleistung für den Lastfolgebetrieb eingesetzt werden, was im Widerspruch zum mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien steigenden Bedarf an Flexibilität im konventionellen Kraftwerkspark steht.
Überkapazitäten an Grundlastkraftwerken führen zu ökonomischen Konflikten mit den Flexibilitätserfordernissen der Erneuerbaren Energien, da das häufige An- und Abregeln konventioneller Kraftwerke die Kapazitätsauslastung senkt und die kalkulatorischen Betriebskosten erhöht. Dies zeigt sich an der Preisbildung an den Strommärkten, wo die Stromerlöse sinken, je höher die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie ist. Beim bestehenden Marktdesign wären daher Investitionen in neue Wind- und Sonnenenergieanlagen ohne garantierte EEG-Vergütungen unattraktiv.

Bei einem weiter wachsenden Ausbau Erneuerbarer Energien und gleichzeitiger Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke ist in Zukunft häufiger mit negativen Strompreisen zu rechnen, da es für die Betreiber von Grundlastkraftwerken kostengünstiger ist, Geld für die Stromeinspeisung zu zahlen statt die eigenen Kraftwerke herunterzuregeln. Dies kann zu einer höheren EEG-Umlage führen.
Für die fluktuierend erzeugenden erneuerbaren Energien sind eine vorrangige Abnahme und verlässliche Vergütung weiterhin essenziell. Eine Flexibilisierung oder Abschaffung der EEG-Vergütung im Zuge einer stärkeren „Marktorientierung“ hätte vor allem im Kontext eines zu hohen Sockels konventioneller Kraftwerke gravierende Auswirkungen auf die Erneuerbaren Energien. Nur mit dem Einspeisevorrang ist gewährleistet, dass sich die konventionellen Kraftwerke an die fluktuierende und zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Energien anpassen.

Laufzeitverlängerungen sind nicht notwendig

Die geplanten Laufzeitverlängerungen haben weder relevante klimapolitische noch gesamtwirtschaftliche Vorteile. Auch als Brücke zu den Erneuerbaren Energien ist eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten nicht notwendig. Erneuerbare Energien können die sukzessive vom Netz gehenden konventionellen Kraftwerke ersetzen, ohne dass das Ausbautempo bei den Erneuerbaren Energien wesentlich gesteigert werden muss. Zudem verfügt das System über Flexibilitätsreserven, da einzelne Kohle- oder Gaskraftwerke nötigenfalls länger am Netz bleiben können.

Priorität für Effizienz, Erneuerbare Energien und Netze

Für den Klimaschutz ist eine vollständige Dekarbonisierung der Stromversorgung erforderlich. Die Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien im Energiekonzept sind dafür nicht ambitioniert genug und fallen hinter die Möglichkeiten zurück.

Der Ausbau der Transportnetze ist eine entscheidende Voraussetzung für den Übergang zur regenerativen Stromversorgung, um die Kostenvorteile der erneuerbaren Stromerzeugung in anderen Ländern zu nutzen. Energieeffizienz und Energieeinsparung sind Schlüsselthemen für eine nachhaltige Stromversorgung.

Methodik

Der Kommentar basiert auf weiteren Arbeiten des SRU zur Zukunft der Stromversorgung: der entsprechenden Stellungnahme vom Mai 2010 und der Erarbeitung des Sondergutachtens, das Anfang 2011 veröffentlicht wurde. Die Thesen werden mittels Auswertung verschiedener aktueller Studien belegt.

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