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Im Fokus der Studiendatenbank stehen Veröffentlichungen, die sich mit dem notwendigen Umbau und der Steuerung des Energiesystems für eine erfolgreiche Energiewende insgesamt beschäftigen. Mehr zu den Kriterien, nach denen das Forschungsradar Studien aufnimmt …

 

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Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland bei Berücksichtigung der Entwicklung in Europa und global. Abschlussbericht

Herausgeber/Institute:

DLR, Fraunhofer IWES, IfnE

Datum:

März 2012

Autoren:

Joachim Nitsch et al.

Art der Veröffentlichung:

Abschlussbericht

Auftraggeber/Förderer:

BMU

Themenbereiche:

Energiesysteme
Ökonomie
Politik
Umwelt + Soziales

Schlagwörter:

Potenziale, Energieeffizienz, Verkehr, Netzintegration, Klimaschutz, Treibhausgase, Stromnetze, Elektromobilität, Energiepreise, Geothermie, Windenergie, Wasserkraft, Versorgungssicherheit, Systemtransformation, Strommarkt, Sonnenenergie, ökonomische Effekte, Investitionen

Seitenzahl:

345

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Zielsetzung und Fragestellung

Die Studie stellt die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsvorhabens zur Systemtransformation in der Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung dar. Im Mittelpunkt stehen Szenarien zur langfristigen Entwicklung der Erneuerbaren Energien (EE) und der restlichen Energieversorgung und den damit verbundenen strukturellen und ökonomischen Wirkungen. In den Stromszenarien untersucht eine zeitlich dynamische und teilweise räumlich aufgegliederte Simulation der zukünftigen Versorgung die Lastdeckung sowie die Rolle von Lastausgleichsoptionen, wie Flexibilisierung des konventionellen Kraftwerksparks, Stromnetzausbau, Lastmanagement und Einsatz von Stromspeichern.

Zentrale Ergebnisse

Zur Zielerreichung starke Steigerung der Energieproduktivität erforderlich

Die im Energiekonzept angestrebten Energieverbrauchssenkungen stellen hohe Anforderungen an die Steigerung der Energieproduktivität beziehungsweise die Mobilisierung von Effizienzpotenzialen. Zum Beispiel erfordert der Rückgang des Stromverbrauchs im Szenario 2011 A eine Minderung der Stromintensität von im Mittel 1,5% pro Jahr gegenüber einem tatsächlichen Rückgang um 0,5% pro Jahr ...

Zur Zielerreichung starke Steigerung der Energieproduktivität erforderlich

Die im Energiekonzept angestrebten Energieverbrauchssenkungen stellen hohe Anforderungen an die Steigerung der Energieproduktivität beziehungsweise die Mobilisierung von Effizienzpotenzialen. Zum Beispiel erfordert der Rückgang des Stromverbrauchs im Szenario 2011 A eine Minderung der Stromintensität von im Mittel 1,5% pro Jahr gegenüber einem tatsächlichen Rückgang um 0,5% pro Jahr ...

Zur Zielerreichung starke Steigerung der Energieproduktivität erforderlich

Die im Energiekonzept angestrebten Energieverbrauchssenkungen stellen hohe Anforderungen an die Steigerung der Energieproduktivität beziehungsweise die Mobilisierung von Effizienzpotenzialen. Zum Beispiel erfordert der Rückgang des Stromverbrauchs im Szenario 2011 A eine Minderung der Stromintensität von im Mittel 1,5% pro Jahr gegenüber einem tatsächlichen Rückgang um 0,5% pro Jahr zwischen 2000 und 2010. Um die Lücke zwischen den Energieeffizienz-Zielen und der tatsächlichen Entwicklung zu schließen, müssen wesentlich wirksamere Instrumente und Maßnahmen ergriffen werden. Zum Beispiel ist eine anspruchsvolle energetische Sanierung des Gebäudebestands notwendig, damit sich die gesamte Endenergienachfrage für Wärme zwischen 2010 und 2050 um 45% reduzieren kann.

Energieimporte und Treibhausgase

Im Jahr 2050 werden nach den Szenariorechnungen noch 34% der heutigen fossilen Energieimporte benötigt, so dass die Importquote von 72% auf 46% sinkt. Hinzu kommen 62 TWh/a an Strom aus Erneuerbaren Energien aus dem europäischen Stromverbund. Die Gesamtnachfrage nach Erdgas bleibt bis 2025 etwa konstant und halbiert sich bis zum Jahr 2050. Hintergrund ist die verstärke Verwendung in der Stromerzeugung bei gleichzeitiger Erschließung von Effizienzpotenzialen im Wärmesektor.
Laut Szenario 2011 A sinkt der CO2-Ausstoß bis 2050 um 85% beziehungsweise die gesamten Treibhausgasemissionen um 81% verglichen mit 1990, wenn sowohl die Effizienz- als auch die EE-Ausbaustrategie konsequent verfolgt werden.

Beiträge Erneuerbarer Energien

Im Szenario 2011 A decken die Erneuerbaren Energien im Jahr 2020 41% des Bruttostromverbrauchs, 18,4% des Wärmebedarfs und 11,8% des Kraftstoffbedarfs. Bis 2050 steigen die EE-Beiträge auf 85% des Bruttostromverbrauchs, 52% der Wärmenachfrage und 42% des Kraftstoffbedarfs.
Die Solarenergie leistet im Jahr 2050 vergleichbare Beiträge zur Deckung des Endenergiebedarfs wie die Windenergie (je 28%). Der Anteil der Geothermie (einschließlich Wärmepumpen) steigt auf 13%, wobei die geothermische Stromerzeugung eine eher geringe Rolle spielt. Nachhaltig nutzbare Biomasse steht laut Leitstudie 2011 in Deutschland mit maximal ca. 1.550 Petajoule pro Jahr (PJ/a) Primärenergieinhalt zur Verfügung. Angesichts der global begrenzten Biomassepotenziale berücksichtigt die Studie keine (Netto-) Importe an energetisch genutzter Biomasse. Die nachhaltig verfügbaren Mengen werden bis 2030 weitgehend erschlossen und die Biomasse liefert dann jährlich 1.145 PJ Endenergie, davon 60 TWh (215 PJ) Strom, 630 PJ Nutzwärme und 300 PJ Biokraftstoffe.

Stromversorgung und Kraftwerkspark im Jahr 2050
 
Im Stromversorgungssystem vollzieht sich ein deutlicher Umwandlungsprozess. Der Beitrag fluktuierender Stromerzeugung (Wind, Photovoltaik) steigt von 8% am Bruttostromverbrauch im Jahr 2010 auf 55% bis 2050. Daneben steigt vor allem der KWK-Anteil und sinkt der Anteil reiner Kondensationskraftwerke. Kondensationsstrom stammt im Jahr 2050 nur noch aus flexiblen Gaskraftwerken zur Bereitstellung gesicherter Leistung.
Bereits im Jahr 2020 liegt die installierte Leistung der EE deutlich über der zu erwartenden Netzhöchstlast, wobei die fluktuierenden Energiequellen Wind und Solarstrahlung mit 97 GW Leistung dominieren. Spätestens ab 2020 wächst der Bedarf an Ausgleichs- und Speichermöglichkeiten deutlich, weshalb im Szenario 2011 A nach 2030 eher das Wachstum des internationalen Stromverbunds und der Offshore-Windenergie bevorzugt wird, während sich das Wachstum der heimischen PV-Leistung abschwächt.
Wichtig für die Transformation des Energiesystems sind der Ausbau und die Flexibilisierung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Der Beitrag der fossilen KWK beträgt im Jahr 2050 rund 40% der gesamten KWK-Stromerzeugung in Höhe von 110 TWh. Die vorhandenen gasgefeuerten KWK-Anlagen werden teilweise auch mit EE-Wasserstoff bzw. EE-Methan betrieben.

Lastdeckung und Ausgleichsmaßnahmen

Unter den getroffenen Annahmen, beispielsweise zum Ausbau der Stromübertragungskapazitäten kann die Last in den Szenarien 2011 A und C jederzeit gedeckt und auch Erzeugungsspitzen Erneuerbarer Energien genutzt werden. Die EE-Stromüberschüsse sind sehr klein durch den europaweiten Ausgleich mittels Stromimporten und -exporten. Eine konsequente Ausbaustrategie für transeuropäische Stromnetze wäre volkswirtschaftlich kostenminimierend, in der Praxis schränken jedoch Akzeptanzprobleme und politische Hemmnisse die Realisierungsmöglichkeiten ein.
Elektrofahrzeuge und die Erzeugung von Wasserstoff erhöhen zwar den Strombedarf, haben aber auch hohe Potenziale zur Lastverschiebung entsprechend des Angebotes an EE-Strom. Die optimale Ausgestaltung dieser Optionen wird in den nächsten Jahren Gegenstand der Transformationsforschung sein.
Der Bedarf an Regelleistung, insbesondere der Minutenreserve, steigt. Der Spitzenlastbedarf nimmt stark zu, während der Grundlastbedarf gegen Null sinkt. Für den Lastausgleich sind die Reduktion der Must-run-Units und die Flexibilisierung des Kraftwerksparks von zentraler Bedeutung. Dies erfordert auch eine Anpassung des Strommarkts, z.B. in Form von Kapazitätsmärkten. Angesichts der Ausgleichsmöglichkeiten im europäischen Stromverbund und der künftigen Möglichkeiten zum Import von regelbarem EE-Strom aus solarthermischen Kraftwerken empfehlen die Autoren eine Abkehr von einer rein nationalen Betrachtung der Versorgungssicherheit in Bezug auf die gesicherte Leistung.

Wärmeversorgung

Die Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energie verdreifacht sich bis 2050 nahezu auf über 1.300 PJ/a. Hierfür sind eine grundsätzliche Veränderung der Marktsituation und ausreichende Förderanreize im Wärmebereich erforderlich. Die jährlichen Wachstumsraten bis zum Jahr 2030 betragen zwischen 8,3% bei Wärmepumpen und 22% bei solaren Nahwärmeanlagen. Die jährlich installierte EE-Leistung zur Wärmeerzeugung wächst sukzessive von heute 5,5 GWth/a auf mehr als 17,6 GWth/a im Jahr 2050.

Verkehr

Im Personenverkehr gehen die Autoren von wenig strukturellen Veränderungen bei den Verkehrsleistungen aus, wohingegen die Güterverkehrsleistung deutlich wächst. Erneuerbare Energien erreichen im Verkehr im Szenario 2011 A bis 2020 einen Anteil von 14%, der bis 2050 auf knapp 50% steigt.
Rund 50 GW installierte Leistung bzw. 131 TWh Strom aus Erneuerbaren Energien sind laut Szenario A im Jahr 2050 erforderlich für den Einsatz von Elektrofahrzeugen und Wasserstoffantrieben. Wasserstoff oder Methan sind eine Option wegen des begrenzten Potenzials von Biokraftstoffen aus nachhaltiger Biomasse (maximal 300 PJ) und des begrenzten Einsatzpotenzials von Elektrofahrzeugen insbesondere im Güterverkehr. Bedingt durch den Güter- und Flugverkehr verbleibt im Jahr 2050 immer noch ein signifikanter Verbrauch an fossilen Kraftstoffen, wobei über ein Drittel des Biokraftstoffpotenzials in Form von synthetischen Biokraftstoffen (BtL = biomass to liquid) dem Flugverkehr zugeordnet wird.
Aus Effizienz- und Klimaschutzgründen halten die Autoren einen möglichst hohen Anteil an Elektromobilität im Verkehrssektor für sinnvoll. Ihrer Ansicht nach sollte sich der Beitrag von Elektrofahrzeugen im PKW-Sektor deutlich in Richtung des Szenarios 2011 C bewegen.

Energiespeicher

Für eine sehr weitreichende Versorgung mit Erneuerbaren Energien spielen elektrolytisch erzeugter Wasserstoff (H2) und Methan (CH4) eine Schlüsselrolle. Nur durch die Umwandlung von Strom aus Erneuerbaren Energien in diese chemischen Energieträger lassen sich Langzeitspeicherkapazitäten von mehreren 100 GWh erschließen. EE-H2 und EE-CH4 können dann für die Rückverstromung zur Restlastdeckung gespeichert und für den Wärme- und Verkehrssektor genutzt werden. Ob sich der Mehraufwand für die Methanisierung durch die infrastrukturellen Vorteile gegenüber Wasserstoff lohnt, ist derzeit noch unklar.
Aufgrund der Umwandlungsverluste und zusätzlichen Kosten werden vor der Speicherung alle Möglichkeiten zur direkten Nutzung von EE-Strom ausgeschöpft. Die Kosten der Wasserstoffnutzung als Stromspeicher mit zentralem Elektrolyseur und Verstromung im GuD-Kraftwerk liegen langfristig bei etwa 10 Cent pro Kilowattstunde Strom (ct/kWhel) und damit zwischen den Kosten von Pumpspeichern und Druckluftspeichern. An Tankstellen mit dezentraler Wasserstofferzeugung kann EE-Wasserstoff im Jahr 2050 kostengünstiger sein als fossile Kraftstoffe. Eine EE-Wasserstoffversorgung kann dann auch für den Wärmemarkt wirtschaftlich dargestellt werden.
Ausblick auf eine 100%-Versorgung auf Basis Erneuerbarer Energien
Eine 95%-Minderung der Treibhausgase (Szenario 2011 THG95) verlangt praktisch eine EE-Vollversorgung Deutschlands. Aufgrund des erforderlichen Strukturwandels wäre der Zeitpunkt 2050 nach Einschätzung der Autoren eine extreme Zielvorgabe, weshalb dieses Ziel im Szenario 2011 THG95 erst für 2060 vorgegeben wird. In den Szenarien 2011 A, B und C liegt der EE-Anteil im Wärmesektor liegt im Jahr 2050 erst bei 52 bis 54% und im Verkehr bei 47 bis 50%. Für eine weitere Steigerung des EE-Beitrags kommen nach Autorensicht nur ein intensiverer Ausbau der EE-Stromerzeugung und dessen verstärkte direkte (Elektromobilität, Strom im Wärmebereich) oder indirekte Nutzung (EE-Wasserstoff bzw. EE-Methan) infrage. Dies erfordert eine frühere Weichenstellung zugunsten von EE-Strom als „Primärenergie“, höhere installierte Kapazitäten und höhere Investitionen.

Ökonomische Wirkungen

Unter Berücksichtigung eines Rückgangs der Photovoltaik-Investitionen wird das gesamte Investitionsvolumen der EE in Deutschland mittelfristig zwischen 17 und 19 Milliarden Euro im Jahr (Mrd. €/a) liegen und bis 2050 leicht steigen. Solche Volumina sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass deutsche EE-Unternehmen auf dem Weltmarkt eine starke Rolle spielen und weiter Exportmärkte erschließen können. Zudem ist das globale Wachstum der Erneuerbaren Energien Voraussetzung für weitere Kostensenkungen bei den Technologien.
Die durchschnittlichen Stromgestehungskosten aller installierten Neuanlagen haben im Jahr 2010 das Maximum erreicht, längerfristig stellen sich für alle EE-Techniken zur Stromerzeugung Gestehungskosten zwischen 5 und 9 ct2009/kWhel ein. Bereits im Jahr 2030 ist Strom aus neuen EE-Anlagen günstiger als aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken. Unter Berücksichtigung der ökologischen Folgekosten wäre das bereits deutlich früher der Fall.
Gegenüber einer fiktiven Weiterführung einer fossilen Energieversorgung werden die Erneuerbaren Energien bis 2050 bereits rund 570 Mrd. € einsparen. Das Kostenniveau der Stromversorgung insgesamt wird im Jahr 2050 kaum höher liegen als heute. Angesichts deutlich steigender Preise für fossile Brennstoffe ermöglicht eine konsequente Effizienz- und EE-Strategie den Aufbau einer klimaverträglichen, risikoarmen und nach einer Übergangszeit kostenstabilen Energieversorgung. Die dafür erforderlichen Investitionen sind eine notwendige und sinnvolle Vorsorge. Sie können zudem als Internalisierung externer Kosten der bisherigen konventionellen Versorgung betrachtet werden.

Zentrale Annahmen und Thesen

Die Studie untersucht folgende Szenariovarianten, die sich im Wesentlichen durch die im Verkehr eingesetzten Energieträger unterscheiden und alle von einer optimistischen Entwicklung der Elektromobilität im PKW-Sektor ausgehen:

Szenario 2011 A stellt bezüglich des EE-Ausbaus im Stromsektor das mittlere Szenario dar. Elektrisch betriebene Fahrzeuge erreichen im Jahr 2050 einen Anteil an der Fahrleistung des PKW-Verkehrs von 50%. Der übrige Verkehr wird mit Biokraftstoffen und Wasserstoff abgedeckt. Wasserstoff wird als chemischer Speicher von EE-Strom auch in der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und ...

Die Studie untersucht folgende Szenariovarianten, die sich im Wesentlichen durch die im Verkehr eingesetzten Energieträger unterscheiden und alle von einer optimistischen Entwicklung der Elektromobilität im PKW-Sektor ausgehen:

Szenario 2011 A stellt bezüglich des EE-Ausbaus im Stromsektor das mittlere Szenario dar. Elektrisch betriebene Fahrzeuge erreichen im Jahr 2050 einen Anteil an der Fahrleistung des PKW-Verkehrs von 50%. Der übrige Verkehr wird mit Biokraftstoffen und Wasserstoff abgedeckt. Wasserstoff wird als chemischer Speicher von EE-Strom auch in der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und ...

Die Studie untersucht folgende Szenariovarianten, die sich im Wesentlichen durch die im Verkehr eingesetzten Energieträger unterscheiden und alle von einer optimistischen Entwicklung der Elektromobilität im PKW-Sektor ausgehen:

Szenario 2011 A stellt bezüglich des EE-Ausbaus im Stromsektor das mittlere Szenario dar. Elektrisch betriebene Fahrzeuge erreichen im Jahr 2050 einen Anteil an der Fahrleistung des PKW-Verkehrs von 50%. Der übrige Verkehr wird mit Biokraftstoffen und Wasserstoff abgedeckt. Wasserstoff wird als chemischer Speicher von EE-Strom auch in der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und kurzzeitig auch zur reinen Rückverstromung eingesetzt. Der Kernenergieausstieg wird entsprechend des Bundestagsbeschlusses vom 30. Juni 2011 berücksichtigt.

Szenario 2011 B basiert auf den gleichen Annahmen zur Verbrauchsstruktur und zum Endenergieverbrauch in den Sektoren Industrie, GHD und private Haushalte wie das Szenario 2011 A. Abweichend wird jedoch EE-Wasserstoff über die Methanisierung zu synthetischem Methan umgewandelt, wodurch die Erdgas-Netzinfrastruktur zur Speicherung und Transport genutzt werden kann. Die Nutzung von Methan erfolgt in Gasfahrzeugen, in KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung und in Anlagen zur kurzzeitigen reinen Rückverstromung.

Szenario 2011 C bildet die vollständige Deckung der PKW-Fahrleistungen im Jahr 2050 durch Elektrofahrzeuge ab (ca. 80% rein elektrische Fahrleistung), also ohne Nutzung von Wasserstoff oder Methan im Verkehr. In den übrigen Endverbrauchssektoren ist das Szenario identisch mit den Szenarien A und B. Wasserstoff wird nur als Langzeitspeicher genutzt und in begrenztem Umfang in der Kraft-Wärme-Kopplung und zur kurzzeitigen Lastdeckung (Rückverstromung) eingesetzt.

Im Szenario 2011 A’ verringert sich der Endenergie-Stromverbrauch lediglich um 15% bis 2050, da das 25%-Stromsparziel nur auf die heutigen Stromverbraucher bezogen wird und mit Elektromobilität und Wärmepumpen neue Verbraucher hinzukommen.

Szenario 2011 THG95 stellt einen möglichen Entwicklungspfad dar, um die Treibhausgase bis zum Jahr 2060 um 95% zu reduzieren. Dies erfordert die annähernde Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien in allen Nutzungsbereichen. EE-Wasserstoff (oder alternativ EE-Methan) hat hier eine tragende Rolle als chemisch gespeicherter EE-Strom für den Wärme- und Verkehrssektor.

Demografische, strukturelle und ökonomische Eckdaten der untersuchten Szenarien

Die zugrundegelegten demografischen, strukturellen und ökonomischen Eckdaten entsprechen weitgehend den Szenarien des Energiekonzepts der Bundesregierung bzw. der Eckdaten der „Leitstudie 2010“. Demnach wächst das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2010 und 2050 real um über 40%, die Bevölkerung Deutschlands geht um 10% zurück, die Personenverkehrsleistung, Wohn- und Nutzfläche wachsen leicht, die Güterverkehrsleistung wächst deutlich.
Die Ermittlung der Kosten der Energieversorgung beruht auf den Annahmen zur künftigen Kostenentwicklung der EE-Techniken in der Leitstudie 2010 sowie aktualisierten Annahmen zur Entwicklung der fossilen Energiepreise und der CO2-Zertifikatspreise. Im Preispfad A („deutlich“) steigen die Grenzübergangspreise für Rohöl zwischen 2010 und 2050 in realen Werten des Jahres 2009 von 10,5 auf 24 Euro pro Gigajoule (€2009/GJ), für Erdgas von 5,8 auf 14,9 €2009/GJ und für Steinkohle von 2,9 auf 8,9 €2009/GJ. Im Preispfad B („mäßig“) liegen die Preise im Jahr 2050 um 25% bis 30% niedriger. Der Preispfad C („sehr niedrig“) bildet näherungsweise die Annahmen der „Szenarien zum Energiekonzept der Bundesregierung“ (2010) ab.
Unter Klimaschutzgesichtspunkten gibt die vorliegende Studie steigende CO2-Zertifikatspreise vor, die im Preispfad A im Jahr 2050 (in realen Werten des Jahres 2009) 75 Euro pro Tonne CO2 (€2009/t CO2) betragen und im Preispfad B 57 €2009/t CO2. Ein Wert von 75 €2009/t CO2 dient auch dazu, die Wirtschaftlichkeit von EE-Ausbau- und Effizienzstrategien unter Berücksichtigung der potenziellen Schäden des Klimawandels darzustellen.

Methodik

Die Studie baut auf den vom DLR mit wechselnden Projektpartnern durchgeführten Forschungsprojekten der vorangegangenen Jahre auf. Die vorgestellten Langfristszenarien orientieren sich an den im „Energiewende“-Gesetzespaket der Bundesregierung vom Sommer 2011 quantifizierten Zielen und zeigen mehrere, in sich konsistente Entwicklungen zur möglichen Zielerfüllung auf. Dabei berücksichtigen sie die technisch-strukturellen Möglichkeiten zum Umbau des Energiesystems sowie die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Aus dem Vergleich zu den aktuellen Gegebenheiten ...

Die Studie baut auf den vom DLR mit wechselnden Projektpartnern durchgeführten Forschungsprojekten der vorangegangenen Jahre auf. Die vorgestellten Langfristszenarien orientieren sich an den im „Energiewende“-Gesetzespaket der Bundesregierung vom Sommer 2011 quantifizierten Zielen und zeigen mehrere, in sich konsistente Entwicklungen zur möglichen Zielerfüllung auf. Dabei berücksichtigen sie die technisch-strukturellen Möglichkeiten zum Umbau des Energiesystems sowie die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Aus dem Vergleich zu den aktuellen Gegebenheiten ...

Die Studie baut auf den vom DLR mit wechselnden Projektpartnern durchgeführten Forschungsprojekten der vorangegangenen Jahre auf. Die vorgestellten Langfristszenarien orientieren sich an den im „Energiewende“-Gesetzespaket der Bundesregierung vom Sommer 2011 quantifizierten Zielen und zeigen mehrere, in sich konsistente Entwicklungen zur möglichen Zielerfüllung auf. Dabei berücksichtigen sie die technisch-strukturellen Möglichkeiten zum Umbau des Energiesystems sowie die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Aus dem Vergleich zu den aktuellen Gegebenheiten leiten die Verfasser Hinweise und Empfehlungen für energiepolitische Maßnahmen ab.
Die Szenarien orientieren sich vorrangig am Oberziel des Energiekonzepts, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80% zu mindern. Sie erfüllen zudem weitgehend die Unterziele hinsichtlich des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der Effizienzsteigerung, darunter die Minderung des Stromverbrauchs um 25% bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2008 (ohne Berücksichtigung des Stromverbrauchs für chemische Energiespeicher).

Grafiken

 
 
 

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