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Erneuerbar beschäftigt in den Bundesländern! Bericht zur daten- und modellgestützten Abschätzung der aktuellen Bruttobeschäftigung in den Bundesländern

Herausgeber/Institute:

GWS, ZSW

Datum:

Juni 2012

Autoren:

Philipp Ulrich et al.

Art der Veröffentlichung:

Studie

Auftraggeber/Förderer:

BMU

Themenbereiche:

Ökonomie

Schlagwörter:

Arbeitsplätze, ökonomische Effekte, Investitionen

Seitenzahl:

70

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Zielsetzung und Fragestellung

Ziel der Studie ist die Erhebung von Daten zur Beschäftigungswirkung des Ausbaus Erneuerbarer Energien auf Bundeländerebene. Dabei geht es sowohl um die direkten Beschäftigungseffekte, als auch um die in vor und nachgelarten Prozessketten entstehenden indirekten Arbeitsplätze. Die im Auftrag des Bundesumweltministeriums erarbeitete Studie schließt erstmals die Datenlücke für die Bundesländer im Vergleich zur Bundesebene, wo seit einigen Jahren Zahlen zu den Beschäftigungseffekten erhoben werden. Die Studie erfasst dabei Daten für die verschiedenen Sparten der Erneuerbare-Energien-Branche, sowie getrennt nach Anlagenbau, Wartung und Brennstoffbereitstellung für Bioenergie. Zudem stellt sie die Bedeutung der Branche für den jeweiligen regionalen Arbeitsmarkt dar.

Zentrale Ergebnisse

Hohe Brutto-Beschäftigungseffekte durch Erneuerbare Energien

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bringt erhebliche Beschäftigungseffekte mit sich: Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Beschäftigten fast vervierfacht auf rund 382.000 im Jahr 2011. Die größten Effekte entfallen dabei auf bevölkerungsreiche und wirtschaftlich starke Bundesländer mit insgesamt hoher Beschäftigtenzahl. So verzeichnen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg ...

Hohe Brutto-Beschäftigungseffekte durch Erneuerbare Energien

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bringt erhebliche Beschäftigungseffekte mit sich: Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Beschäftigten fast vervierfacht auf rund 382.000 im Jahr 2011. Die größten Effekte entfallen dabei auf bevölkerungsreiche und wirtschaftlich starke Bundesländer mit insgesamt hoher Beschäftigtenzahl. So verzeichnen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg ...

Hohe Brutto-Beschäftigungseffekte durch Erneuerbare Energien

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bringt erhebliche Beschäftigungseffekte mit sich: Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Beschäftigten fast vervierfacht auf rund 382.000 im Jahr 2011. Die größten Effekte entfallen dabei auf bevölkerungsreiche und wirtschaftlich starke Bundesländer mit insgesamt hoher Beschäftigtenzahl. So verzeichnen Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg die höchsten absoluten Beschäftigtenzahlen im Bereich Erneuerbare Energien. An fünfter Stelle folgt Sachsen-Anhalt. Insgesamt sind alle ostdeutschen Länder bezogen auf ihre Bevölkerungszahl überdurchschnittlich repräsentiert. Die geringsten Arbeitsplatzeffekte werden in den Stadtstaaten und im Saarland errechnet, wobei Hamburg noch vor dem bevölkerungsreicheren Berlin liegt.

Beschäftigungseffekte nach Sparten

Die größten Beschäftigungseffekte werden von der Bioenergie (etwa 124.000 Stellen) und der Solarenergie (ca. 125.000 Stellen) generiert, knapp gefolgt von der Windenergie. Die meisten Arbeitsplätze im Bereich Solarenergie entfallen auf Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Überdurchschnittlich hoch sind die Beschäftigtenzahlen in der Solarbranche auch in Hessen und den ostdeutschen Ländern insgesamt. Bei der Bioenergie liegt Bayern in absoluten Zahlen mit großem Abstand vorn, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen generiert die Bioenergie viel Beschäftigung. In der Windbranche zeigen sich die größten Arbeitsplatzeffekte in Niedersachsen, das sowohl als Produktions- als auch Installationsschwerpunkt der Windenergie in Deutschland gilt. Ebenfalls stark profitieren die Länder Sachsen-Anhalt, NRW und Baden-Württemberg vom Ausbau der Windenergie. Die insgesamt ca. 20.000 Stellen in den Bereichen Geothermie und Wasserkraft entfallen größtenteils auf die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.

Direkte und indirekte Beschäftigungseffekte durch den Anlagenbau

Von der Produktion neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen profitieren vorrangig bevölkerungsreiche und hoch industrialisierte Bundesländer, zudem sind natürlich Standorte von großen Erneuerbare-Energien-Unternehmen im Vorteil. Die TOP4 im Bereich der Anlagenherstellung sind dieselben wie im Gesamtergebnis (Bayern, NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg), aber auch die ostdeutschen Bundesländer verzeichnen hier hohe Beschäftigtenzahlen.
Im Durchschnitt entstehen etwa 60 Prozent der Arbeitsplätze der Erneuerbare-Energien-Branche in Produktion, Betrieb und Wartung indirekt, also durch Zweit- und Mehrrundeneffekte. Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen jedoch erhebliche Differenzen. In strukturschwächeren Ländern mit starker eigener Anlagenproduktion bzw. großen installierten Leistungen überwiegt die direkte Beschäftigung, stark industriell geprägte Länder partizipieren hingegen auch ohne Forcierung des eigenen Ausbaus Erneuerbarer Energien an den Arbeitsplatzeffekten. Spitzenreiter beim Anteil der direkten Beschäftigung ist mit 58 Prozent Bremen, das aufgrund einiger ansässiger Erneuerbarer-Energien-Unternehmen stark von den direkten Effekten profitieren kann. Auch die ostdeutschen Länder, bei denen die Industrieproduktion nur in wenigen Branchen so ausgeprägt wie im Bereich Erneuerbare Energien ist, haben hohe Anteile direkter Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite profitieren Länder wie Baden-Württemberg, NRW und Bayern stark als Zulieferer. Der größte Anteil indirekter Arbeitsplatzeffekte entfällt mit über 70 Prozent der Bruttobeschäftigung Erneuerbarer Energien auf das von der Schwerindustrie geprägte Saarland.

Beschäftigungseffekte aus Betrieb und Wartung

Betrieb und Wartung sorgen vor allem in Bundesländern mit hohen installierten Erneuerbare-Energien-Kapazitäten für Arbeit. Etwa 20 Prozent der gesamten Beschäftigungseffekte der Erneuerbaren-Branche sind diesem Bereich zuzuordnen. Neben Bayern als Spitzenreiter in diesem Bereich mit den vielen Solar- und Bioenergieanlagen ist dies gut am Abschneiden von Niedersachsen (Platz 3) und Brandenburg (Platz 5) zu beobachten. Sehr geringe Beschäftigungseffekte in Betrieb und Wartung gibt es aufgrund der begrenzten Fläche und damit der geringen Anlagenzahl in den Stadtstaaten.

Bedeutung der Beschäftigungseffekte für den regionalen Arbeitsmarkt

Die Bedeutung der Erneuerbaren-Energien-Branche für den jeweiligen regionalen Arbeitsmarkt unterscheidet sich deutlich von der Reihenfolge der absolut generierten Arbeitsplätze. Im Verhältnis zur gesamten Arbeitnehmerzahl des Bundeslandes haben die Erneuerbaren Energien insbesondere für den ostdeutschen Arbeitsmarkt eine herausragende Bedeutung. Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit fast 27 Arbeitsplätzen pro 1.000 Arbeitnehmer vor Brandenburg mit rund 22 pro 1.000. Damit ist in diesen Ländern mehr als jeder 40. bzw. 50. Arbeitsplatz direkt oder indirekt von den Erneuerbaren Energien abhängig. Auf Platz 3 und 4 bei der Bedeutung der Arbeitsplatzeffekte folgen mit Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen weitere ostdeutsche Länder, vor Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Bayern, wo in absoluten Zahlen die meisten Arbeitsplätze geschaffen wurden, haben die Erneuerbaren Energien eine nur knapp überdurchschnittliche Bedeutung, das Südbundesland belegt hier Platz 7. Im deutschen Durchschnitt ist laut den Ergebnissen der Studie schon jeder 100. Arbeitsplatz direkt oder indirekt den Erneuerbaren Energien zuzuordnen.

Zentrale Annahmen und Thesen

Direkte und indirekte Beschäftigungseffekte

Die Studie soll die direkten und indirekten Brutto-Beschäftigungseffekte durch den Ausbau Erneuerbarer Energien untersuchen. Als direkte Beschäftigung definieren die Autoren Arbeitsplätze in den Bereichen Herstellung, Installation, Betrieb und Wartung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Indirekte Effekte entstehen durch die bei der Produktion entstehende Nachfrage nach Vorprodukten sowie durch die Bereitstellung der Brennstoffe für die verschiedenen Bioenergie-Nutzungspfade. Die Autoren berechnen die indirekten Zuliefereffekte durch ...

Direkte und indirekte Beschäftigungseffekte

Die Studie soll die direkten und indirekten Brutto-Beschäftigungseffekte durch den Ausbau Erneuerbarer Energien untersuchen. Als direkte Beschäftigung definieren die Autoren Arbeitsplätze in den Bereichen Herstellung, Installation, Betrieb und Wartung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Indirekte Effekte entstehen durch die bei der Produktion entstehende Nachfrage nach Vorprodukten sowie durch die Bereitstellung der Brennstoffe für die verschiedenen Bioenergie-Nutzungspfade. Die Autoren berechnen die indirekten Zuliefereffekte durch ...

Direkte und indirekte Beschäftigungseffekte

Die Studie soll die direkten und indirekten Brutto-Beschäftigungseffekte durch den Ausbau Erneuerbarer Energien untersuchen. Als direkte Beschäftigung definieren die Autoren Arbeitsplätze in den Bereichen Herstellung, Installation, Betrieb und Wartung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Indirekte Effekte entstehen durch die bei der Produktion entstehende Nachfrage nach Vorprodukten sowie durch die Bereitstellung der Brennstoffe für die verschiedenen Bioenergie-Nutzungspfade. Die Autoren berechnen die indirekten Zuliefereffekte durch detaillierte Input-Output-Modelle, bei denen die einzelnen Produktionsprozesse und deren Nachfragegeneration technologiescharf skizziert werden. Dabei werden nicht nur direkte Erstrundeneffekte, sondern auch Zweit- und Mehrrundeneffekte betrachtet.

Lokalisierung der Beschäftigungseffekte

Für die Lokalisierung der verschiedenen Tätigkeitsbereiche wenden die Autoren unterschiedliche Ansätze an. Die Unternehmensbefragung hat aufgrund einer guten Rücklaufquote für die meisten Technologien gute empirische Daten zu den Produktionsstandorten und den dort entstandenen Arbeitsplätzen geliefert. Die in der Anlagenproduktion anfallenden indirekten Beschäftigungseffekte wurden durch detaillierte Modellierung der Lieferverflechtungen in den einzelnen Teilbereichen errechnet. Die Autoren gehen dabei davon aus, dass Regionen mit hohen Beschäftigtenzahlen und einer starken Wirtschaft auch hohe Arbeitsplatzzahlen in der Erneuerbaren-Energien-Branche aufweisen. Während die industriellen Beziehungen je nach Spezialisierungsgrad der jeweils benötigten Vorprodukte relativ großräumig sein können, kann nach Einschätzung der Autoren bei Installation, Betrieb und Wartung von deutlich regionaleren Beschäftigungseffekten ausgegangen werden, so dass vor allem die Gebiete mit hohen installierten Leistungen profitieren.
Auch bei der Bereitstellung von Brennstoffen für die verschiedenen Bioenergie-Nutzungsketten gehen die Autoren überwiegend von regional geprägten Verflechtungen aus. Die jeweiligen Forst- und Agrarerzeugnisse werden demnach in der Nähe der Nutzungsorte erzeugt und die installierten Anlagen geben einen guten Hinweis auf die Stärke der Beschäftigungseffekte. Ausnahmen gibt es bei den großen Heizkraftwerken, die auch überregional Brennstoff beziehen, sowie bei den Biokraftstoffen, da dort die industrielle Weiterverarbeitung an wenigen Standorten innerhalb Deutschlands konzentriert ist und es somit zu weiten Transporten der Biomasse kommen kann. Die Beschäftigungseffekte der Rohstofferzeugung werden daher eher den Regionen zugerechnet, in denen die entsprechenden Ausgangsprodukte (Raps, Zuckerrüben, etc.) angebaut werden.
Die Beschäftigungswirkung der Errichtung der Anlagen ist bei den meisten Technologien relativ kurzfristig, nur bei Offshore-Windenergie, Wasserkraft und Tiefengeothermie sind pro Projekt Beschäftigungseffekte von deutlich über einem Jahr zu beobachten.

Methodik

Grundlage für die vorliegende Studie sind die seit 2006 regelmäßigen Forschungsvorhaben zu den Brutto-Beschäftigungseffekten der Erneuerbaren Energien auf Bundesebene. Nettobeschäftigungseffekte sind kein Untersuchungsgegenstand, es erfolgt also keine Abschätzung, ob durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien eventuell in anderen Bereichen Arbeitsplätze verloren gehen, zum Beispiel in der konventionellen Energiewirtschaft.

Eine im Rahmen der Vorläuferstudien durchgeführte Befragung von 1.220 Unternehmen bietet auch für die Bundesländerebene eine empirische Datenbasis zu den Beschäftigtenzahlen ...

Grundlage für die vorliegende Studie sind die seit 2006 regelmäßigen Forschungsvorhaben zu den Brutto-Beschäftigungseffekten der Erneuerbaren Energien auf Bundesebene. Nettobeschäftigungseffekte sind kein Untersuchungsgegenstand, es erfolgt also keine Abschätzung, ob durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien eventuell in anderen Bereichen Arbeitsplätze verloren gehen, zum Beispiel in der konventionellen Energiewirtschaft.

Eine im Rahmen der Vorläuferstudien durchgeführte Befragung von 1.220 Unternehmen bietet auch für die Bundesländerebene eine empirische Datenbasis zu den Beschäftigtenzahlen ...

Grundlage für die vorliegende Studie sind die seit 2006 regelmäßigen Forschungsvorhaben zu den Brutto-Beschäftigungseffekten der Erneuerbaren Energien auf Bundesebene. Nettobeschäftigungseffekte sind kein Untersuchungsgegenstand, es erfolgt also keine Abschätzung, ob durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien eventuell in anderen Bereichen Arbeitsplätze verloren gehen, zum Beispiel in der konventionellen Energiewirtschaft.

Eine im Rahmen der Vorläuferstudien durchgeführte Befragung von 1.220 Unternehmen bietet auch für die Bundesländerebene eine empirische Datenbasis zu den Beschäftigtenzahlen sowie zu den wirtschaftlichen Verflechtungen im Hinblick auf Branchen- und regionale Beziehungen. Eine erste Abschätzung der Brutto-Beschäftigungseffekte der Onshore-Windenergie ist im Rahmen eines Pilotkonzepts für eine daten- und modellgestützte Lokalisierung der Bruttobeschäftigung erfolgt. Im Zuge der Anregungen aus einem Expertenworkshop hat das Forschungskonsortium die Berechnungsmethodik weiterentwickelt und auf andere Sparten übertragen. Separate Berechnungen für insgesamt 11 Technologien und 10 Kategorien der Bereitstellung von Brenn‐ und Kraftstoffen berücksichtigen die Detailinformationen der jeweiligen Wirtschaftsbereiche. Die Evaluierung durch das ZSW mittels Vergleich mit bestehenden Zahlen für Baden-Württemberg attestiert den Ergebnissen eine hohe Validität.

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