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Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland im Jahr 2012 - eine erste Abschätzung.

Herausgeber/Institute:

DLR, DIW, ZSW, GWS, Prognos

Datum:

März 2013

Autoren:

Marlene O'Sullivan et al.

Art der Veröffentlichung:

Forschungsbericht

Auftraggeber/Förderer:

BMU

Themenbereiche:

Ökonomie

Schlagwörter:

ökonomische Effekte, Investitionen, Arbeitsplätze, Exporte

Seitenzahl:

21

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Zielsetzung und Fragestellung

Die Kurzanalyse stellt die wesentlichen Entwicklungen in der Branche der Erneuerbaren Energien (EE-Branche) in Deutschland im Jahr 2012 dar und schätzt die der Branche zuzurechnenden Bruttobeschäftigungseffekte ab. Im Fokus stehen dabei die Beschäftigungseffekte im Sektor Herstellung und Betrieb von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Die Studie ergänzt damit die seit 2006 im Auftrag des Bundesumweltministeriums jährlich erstellten Analysen der Arbeitsplatzzahlen in der EE-Branche.

Zentrale Ergebnisse

Rückläufige Investitionen und Umsätze bei Herstellung von Anlagen und Komponenten

Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien in Deutschland beliefen sich im Jahr 2012 auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro (Mrd. €) und waren damit das zweite Jahr in Folge rückläufig. Hauptursache dafür war der starke Preisrückgang bei der Photovoltaik. Eine Zunahme der Investitionen konnte lediglich bei ...

Rückläufige Investitionen und Umsätze bei Herstellung von Anlagen und Komponenten

Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien in Deutschland beliefen sich im Jahr 2012 auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro (Mrd. €) und waren damit das zweite Jahr in Folge rückläufig. Hauptursache dafür war der starke Preisrückgang bei der Photovoltaik. Eine Zunahme der Investitionen konnte lediglich bei ...

Rückläufige Investitionen und Umsätze bei Herstellung von Anlagen und Komponenten

Die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien in Deutschland beliefen sich im Jahr 2012 auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro (Mrd. €) und waren damit das zweite Jahr in Folge rückläufig. Hauptursache dafür war der starke Preisrückgang bei der Photovoltaik. Eine Zunahme der Investitionen konnte lediglich bei der Windenergie (+26%) und der Wärmeerzeugung aus Biomasse (+20%) verzeichnet werden. Der Umsatz durch die Herstellung von Anlagen und Komponenten in Deutschland war im Jahr 2012 zum ersten Mal seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004 rückläufig und betrug insgesamt rund 22 Mrd. €. Rückgänge waren vor allem bei der Photovoltaik und Biogas zu verzeichnen, während es bei der Windenergie und Biomasseheiz-/Kraftwerken Steigerungen gab.

Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien im Jahr 2012 bei 378.000 Personen

Rund 227.000 Personen waren im Jahr 2012 mit der Herstellung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien beschäftigt, sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Mit Betrieb und Wartung waren etwa 80.700 Personen beschäftigt, 6 % mehr als 2011. Auffällig ist der Rückgang der Beschäftigungszahlen bei der Photovoltaik von 110.900 im Jahr 2011 auf 87.800 im Jahr 2012. Trotz der hohen Installationszahlen in mehreren Ländern waren die Produktionskapazitäten der Photovoltaik bei weitem nicht ausgelastet. Beschäftigungsrückgänge in Deutschland durch Insolvenzen und Übernahmen in der Modul- und Zellproduktion wurden dabei im Jahr 2012 noch weitgehend durch die Auslastung von Installateuren und Projektplanern aufgrund der neu installierten Leistung von 7,6 GW kompensiert. Deutlich hinzugewonnen hat hingegen die Beschäftigung in der Windenergiebranche, sowohl onshore, als auch offshore. Der Beschäftigungseffekt im Bereich der Bereitstellung biogener Brenn- und Kraftstoffe lag im Jahr 2012 bei 60.600 Personen, was einem Anstieg von 12% gegenüber 2011 entspricht. Rund 9.400 Beschäftigte sind auf die Bereitstellung von öffentlichen und gemeinnützigen Mitteln zurückzuführen, 2% weniger als im Vorjahr. Insgesamt umfasste die Bruttobeschäftigung in der EE-Branche in Deutschland im Jahr 2011 377.800 Personen, ein Prozent weniger als im Vorjahr. 26 % bzw. 98.800 Personen sind dabei dem Export von Anlagen, Komponenten, Biomasse und Biokraftstoffen zuzurechnen. Die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) induzierte Beschäftigungswirkung macht rund 268.000 Personen aus.

Hintergründe und Ausblick

Insgesamt sehen die Autoren für die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche eine Zeit hoher Herausforderungen bevorstehen. Die Windbranche könne in Deutschland mit einem sehr erfolgreichen Jahr 2013 rechnen, müsste aber möglichweise 2014 Einbrüche hinnehmen. Weltweit seien die Aussichten für die Marktentwicklung eher negativ, gleichzeitig steige der Wettbewerbsdruck wegen Überkapazitäten. Bei der Photovoltaik werde die Konsolidierung auch 2013 weitergehen und die Preise weiter sinken. Angesichts des Rückgangs der Investitionen in der deutschen Photovoltaikindustrie sei mittel- und langfristig mit Auswirkungen auf die Technologiebasis und damit auch die Exportfähigkeit der Branche zu rechnen. Der weltweite Zubau an PV-Anlagen werde steigen, vor allem in Asien. In Europa biete die Suche nach neuen Geschäftsmodellen Chancen, die mehr auf Eigenverbrauch setzen und damit mehr Unabhängigkeit von politischen Förderinstrumenten versprechen. Im Biogasbereich sehen die Autoren keine guten Aussichten für 2013. Neue Geschäftsmodelle dürften sich auf das Repowering von Bestandsanlagen sowie die Ausrichtung auf die bedarfsorientierte Stromeinspeisung und damit die Regelenergiemärkte konzentrieren. Die Solarthermie leide unter der Konkurrenz der Photovoltaik, die zur Optimierung des Eigenverbrauchs den Wärmebedarf der Verbraucher für sich entdeckt habe, wovon wiederum die Wärmepumpenhersteller profitieren. Die weiteren politischen Schritte zur Ausgestaltung der Energiewende bestimmen nach Einschätzung der Autoren die mittel – und langfristige Beschäftigungsperspektive in der EE-Branche.

Zentrale Annahmen und Thesen

Berechnungsgrundlagen

Die Autoren nutzen die Input-Output-Analyse, um die Beschäftigtenzahlen zu berechnen. Eine Grundlage für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien sind die Umsätze der in Deutschland ansässigen Unternehmen, die Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) herstellen. Hierfür sind die inländischen Investitionen und die ausländische Nachfrage, die in Deutschland wirksam wird, relevant. Die zugrundegelegten Investitionsvolumina entsprechen den vorläufigen Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) vom März 2013. Weiterhin ...

Berechnungsgrundlagen

Die Autoren nutzen die Input-Output-Analyse, um die Beschäftigtenzahlen zu berechnen. Eine Grundlage für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien sind die Umsätze der in Deutschland ansässigen Unternehmen, die Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) herstellen. Hierfür sind die inländischen Investitionen und die ausländische Nachfrage, die in Deutschland wirksam wird, relevant. Die zugrundegelegten Investitionsvolumina entsprechen den vorläufigen Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) vom März 2013. Weiterhin ...

Berechnungsgrundlagen

Die Autoren nutzen die Input-Output-Analyse, um die Beschäftigtenzahlen zu berechnen. Eine Grundlage für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien sind die Umsätze der in Deutschland ansässigen Unternehmen, die Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) herstellen. Hierfür sind die inländischen Investitionen und die ausländische Nachfrage, die in Deutschland wirksam wird, relevant. Die zugrundegelegten Investitionsvolumina entsprechen den vorläufigen Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) vom März 2013. Weiterhin gehen die Autoren davon aus, dass sich die Betriebskosten (ohne Brennstoffkosten) als jährlich prozentuale Anteile der Investitionen des Anlagenbestands errechnen lassen.

Beurteilung der Branchen-Entwicklungen

Ein Anliegen der Autoren ist es, Zusammenhänge zwischen Politik und Marktentwicklung aufzuzeigen. So stellen sie fest, dass der Erfolg beim Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland im Wesentlichen auf stabile politische Rahmenbedingungen und ein entsprechend zuverlässiges Investitionsklima zurückzuführen sei. Gleichzeitig äußern sie Bedenken, dass die öffentliche Diskussion inzwischen auf die Kosten der Erneuerbaren Energien fokussiere und dabei vernachlässige, dass diese Ausgaben auch Investitionen in eine klimaverträgliche und heimische Energiebereitstellung darstellen.Die erzielten Kostensenkungen im Bereich der Photovoltaik seien zwar für die Verbraucher erfreulich, hätten jedoch zu Verwerfungen in der Photovoltaikindustrie geführt, wobei ein Ende noch nicht abzusehen sei.

Methodik

Für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung ermitteln die Autoren zuerst die Umsätze der in Deutschland ansässigen Hersteller von Erneuerbaren-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) im Jahr 2012. Dies geschieht anhand der in Deutschland getätigten Investitionen sowie Abschätzungen zum Außenhandel. Die Berechnung der Bruttobeschäftigung erfolgt dann mit Hilfe der Input-Output-Analyse auf Grundlage der Input-Output-Tabelle von 2007 des Statistischen Bundeamtes. Zudem werden technologiescharfe Vektoren für die EE-Branche verwendet, die aus zwei Primärerhebungen aus den Jahren 2004 und 2007 abgeleitet ...

Für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung ermitteln die Autoren zuerst die Umsätze der in Deutschland ansässigen Hersteller von Erneuerbaren-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) im Jahr 2012. Dies geschieht anhand der in Deutschland getätigten Investitionen sowie Abschätzungen zum Außenhandel. Die Berechnung der Bruttobeschäftigung erfolgt dann mit Hilfe der Input-Output-Analyse auf Grundlage der Input-Output-Tabelle von 2007 des Statistischen Bundeamtes. Zudem werden technologiescharfe Vektoren für die EE-Branche verwendet, die aus zwei Primärerhebungen aus den Jahren 2004 und 2007 abgeleitet ...

Für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung ermitteln die Autoren zuerst die Umsätze der in Deutschland ansässigen Hersteller von Erneuerbaren-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) im Jahr 2012. Dies geschieht anhand der in Deutschland getätigten Investitionen sowie Abschätzungen zum Außenhandel. Die Berechnung der Bruttobeschäftigung erfolgt dann mit Hilfe der Input-Output-Analyse auf Grundlage der Input-Output-Tabelle von 2007 des Statistischen Bundeamtes. Zudem werden technologiescharfe Vektoren für die EE-Branche verwendet, die aus zwei Primärerhebungen aus den Jahren 2004 und 2007 abgeleitet wurden.
Für die Abschätzung der Beschäftigtenzahlen in den Bereichen Betrieb und Wartung von EE-Anlagen wenden die Autoren eine vergleichbare Methodik an. Grundlage sind hier die jährlichen Betriebskosten (mit Ausnahme von Brennstoffkosten) in Form prozentualer Anteile an den Investitionen des Anlagenbestandes.
Der Input‐Output‐Ansatz wird auch für die Berechnung der Beschäftigung aus der Bereitstellung von biogenen Brenn‐und Kraftstoffen angewandt. Weiterhin berücksichtigt werden Arbeitsplätze im Bereich öffentlich geförderter Forschung und Verwaltung, mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in Zusammenhang stehen.
Erstmals beinhaltet die Kurzanalyse Darstellungen zur Beschäftigtenzahl bei Unternehmen in Deutschland, die Anlagen zur Produktion von EE-Anlagen herstellen.

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