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Beschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland: Ausbau und Betrieb, heute und morgen

Herausgeber/Institute:

GWS, DIW, DLR, Prognos, ZSW

Datum:

Juni 2015

Autoren:

Ulrike Lehr et al.

Art der Veröffentlichung:

Endbericht

Auftraggeber/Förderer:

BMWi

Themenbereiche:

Ökonomie

Schlagwörter:

Arbeitsplätze, ökonomische Effekte, Kosten-Nutzen-Analyse, Exporte

Seitenzahl:

198

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Zielsetzung und Fragestellung

Der Bericht stellt die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts zu den ökonomischen Wirkungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien unter Berücksichtigung des Anlagenexports dar. Er zeigt, welche Arbeitsmarkteffekte der Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher gehabt hat und welche künftigen Entwicklungen denkbar sind. Neben den im Fokus stehenden Brutto- und Nettobeschäftigungseffekten betrachtet die Studie weitere Aspekte wie das Ausbildungsangebot der einschlägigen Unternehmen, die Qualifikation der Beschäftigten und den Fachkräftemangel. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Fortsetzung, Aktualisierung und Erweiterung der Forschungsarbeiten, die seit dem Jahr 2006 durchgeführt und veröffentlicht worden sind. Der Abschlussbericht stellt zudem noch einmal ausführlich die Datengrundlagen die methodische Vorgehensweise dar.

Zentrale Ergebnisse

Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2013

Trotz eines Rückgangs der Beschäftigten zwischen 2012 und 2013 stellen die Autoren insgesamt eine sehr erfolgreiche Entwicklung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland fest. Seit 2004 habe sich die Zahl der im Bereich der Erneuerbaren Energien Beschäftigten von etwa 160.500 auf 371.400 gesteigert. Die größten Anteile entfielen auf die Windenergie, Biomasse und Solarenergie, wobei ...

Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2013

Trotz eines Rückgangs der Beschäftigten zwischen 2012 und 2013 stellen die Autoren insgesamt eine sehr erfolgreiche Entwicklung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland fest. Seit 2004 habe sich die Zahl der im Bereich der Erneuerbaren Energien Beschäftigten von etwa 160.500 auf 371.400 gesteigert. Die größten Anteile entfielen auf die Windenergie, Biomasse und Solarenergie, wobei ...

Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2013

Trotz eines Rückgangs der Beschäftigten zwischen 2012 und 2013 stellen die Autoren insgesamt eine sehr erfolgreiche Entwicklung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland fest. Seit 2004 habe sich die Zahl der im Bereich der Erneuerbaren Energien Beschäftigten von etwa 160.500 auf 371.400 gesteigert. Die größten Anteile entfielen auf die Windenergie, Biomasse und Solarenergie, wobei die Photovoltaik zuletzt einen deutlichen Einbruch bei den Beschäftigtenzahlen verzeichnete. Letztlich treibe der heimische Ausbau mit den damit verbundenen Investitionen die ökonomische Entwicklung. Rückläufige Installationen führten zu rückläufiger Beschäftigung, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen und im Handwerk.
Für die Zukunft rechnen die Autoren mit einer weiterhin positiven Entwicklung bei der Windenergie sowie generell mit einer zunehmenden Bedeutung von Betrieb und Wartung. Zuletzt sei bereits rund ein Fünftel der gesamten Bruttobeschäftigung im Bereich Erneuerbare Energien auf den Betrieb und die Wartung von Anlagen zurückzuführen gewesen.
Regional sei die Bedeutung der Erneuerbaren Energien für den Arbeitsmarkt in Ostdeutschland und hier besonders in Sachsen-Anhalt am größten. Seit der ersten regionalen Abschätzung aus dem Jahr 2011 hätten sich diesbezüglich keine bedeutenden Veränderungen ergeben.

Nettobeschäftigungseffekte bis 2050

Auf Grundlage eines Vergleichs zwischen einem Szenario, das das Erreichen der Energiewendeziele unterstellt und einem Szenario mit einer Energieversorgung auf Basis fossiler Brennstoffe kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien insgesamt positive ökonomische Effekte habe.
Die Nettobeschäftigung liege zunächst nur geringfügig im positiven Bereich, nehme im Zeitverlauf jedoch durch den preissenkenden Effekt der Erneuerbaren Energien zu. Dabei stellen die Autoren eine hohe Bedeutung des Exports fest. Unter der Annahme einer nur geringen Exportentwicklung ergebe sich bis 2022 eine niedrigere Nettobeschäftigung als im Szenario ohne Erneuerbare Energien. In diesem Zeitraum könnten die positiven Beschäftigungseffekte durch den inländischen Ausbau der Erneuerbaren Energien die durch die höheren Strompreise verursachten negativen Effekte und den Rückgang der Beschäftigten in der konventionellen Energiewirtschaft nicht ausgleichen. Das ändere jedoch nichts an der langfristigen gesamtwirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit der Energiewende.

Zentrale Annahmen und Thesen

Differenzierung der betrachteten Technologien bzw. Sparten

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften werden die Technologien Wind onshore, Wind offshore, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Biomasse Heiz- und Kraftwerke, Biomassekleinanlagen, Biogas, tiefe Geothermie und Wärmepumpen getrennt betrachtet. Im Bereich der Anlagenherstellung werden auch noch solarthermische Kraftwerke berücksichtigt, die bei Wartung und Betrieb mangels inländischer Anlagen keine Rolle spielen. Für jede einzelne Technologie werden als Informationsquellen Ergebnisse der Unternehmensbefragung, ...

Differenzierung der betrachteten Technologien bzw. Sparten

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften werden die Technologien Wind onshore, Wind offshore, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Biomasse Heiz- und Kraftwerke, Biomassekleinanlagen, Biogas, tiefe Geothermie und Wärmepumpen getrennt betrachtet. Im Bereich der Anlagenherstellung werden auch noch solarthermische Kraftwerke berücksichtigt, die bei Wartung und Betrieb mangels inländischer Anlagen keine Rolle spielen. Für jede einzelne Technologie werden als Informationsquellen Ergebnisse der Unternehmensbefragung, ...

Differenzierung der betrachteten Technologien bzw. Sparten

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften werden die Technologien Wind onshore, Wind offshore, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft, Biomasse Heiz- und Kraftwerke, Biomassekleinanlagen, Biogas, tiefe Geothermie und Wärmepumpen getrennt betrachtet. Im Bereich der Anlagenherstellung werden auch noch solarthermische Kraftwerke berücksichtigt, die bei Wartung und Betrieb mangels inländischer Anlagen keine Rolle spielen. Für jede einzelne Technologie werden als Informationsquellen Ergebnisse der Unternehmensbefragung, technisch-ökonomische Informationen und Informationen aus der amtlichen Input-Output-Rechnung des Statistischen Bundesamts herangezogen.

 

Datengrundlagen und Methodik für die Ermittlung der Beschäftigungseffekte

Die Autoren nutzen die Input-Output-Analyse, um die Beschäftigtenzahlen zu berechnen und dabei die gesamte Wertschöpfungskette inklusive der indirekten Effekte in den vorgelagerten Industrie- und Dienstleistungsbereichen zu erfassen. Die Produktionsbereiche Anlagenherstellung sowie Anlagenbetrieb und -wartung werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenheiten getrennt betrachtet.
Die Datengrundlage für die Abschätzung der Bruttobeschäftigung durch Erneuerbare Energien beruht zum großen Teil auf einer wiederholten Unternehmensbefragung, ergänzt durch Internet- und Sekundärdatenanalyse. Bei der Unternehmensumfrage 2012 gehen die Autoren von einer Marktabdeckung von 47 Prozent aus. Das sei ein gutes Ergebnis, jedoch gegenüber den vorherigen Befragungen ein Rückgang, der die sinkende Bereitschaft von Unternehmen zeige, sich an Befragungen zu beteiligen.
Die zweite wesentliche Datengrundlage bilden die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien in Deutschland. Sie dienen zur Ermittlung der Umsätze mit Anlagen und Komponenten der in Deutschland produzierenden Unternehmen. Die Investitionen werden auf Basis der im Betrachtungsjahr installierten Leistung bzw. Anlagenzahl berechnet. Die zugrunde gelegten Zubaudaten und Investitionen entsprechen dabei den Ergebnissen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) mit Stand 2014. Die Daten zu den Anlagenpreisen bzw. spezifischen Investitionskosten basieren auf den EEG-Erfahrungsberichten, den Daten von Industrieverbänden und anderen Akteuren.
Der Umsatz der Erneuerbare-Energien-Branche durch Im- und Exporte spiele eine bedeutende Rolle für die Beschäftigtenzahl. Mangels amtlicher Statistik greifen die Autoren diesbezüglich auf die Investitionen in Deutschland zurück und leiten die Umsätze daraus ab. Dabei ziehen sie die Importe von den Investitionen ab und addieren die Exporte hinzu.

Wachsende Bedeutung von Wartung und Betrieb

Wegen des wachsenden Anlagenbestands sehen die Autoren eine zunehmende Relevanz von Wartung und Instandsetzung der Anlagen für die Beschäftigung im Bereich der Erneuerbaren Energien. Im Unterschied zu den einmaligen ökonomischen Effekten der Anlagenherstellung entstünden hier über die gesamte Lebensdauer der Anlage Beschäftigungseffekte, zudem seien Betrieb und Wartung immer mit lokaler Wertschöpfung verbunden. Daher führen sie für diesen Bereich Tiefeninterviews, um die Abschätzung der Beschäftigungszahlen auf Basis der Input-Output-Analyse besser zu fundieren.
Weiterhin gehen die Autoren davon aus, dass sich die Betriebskosten (ohne Brennstoffkosten) als jährlich prozentuale Anteile der Investitionen des Anlagenbestands errechnen lassen.

Methodik

Die Studie baut auf einer Reihe von Vorgängeruntersuchungen auf. Die Berechnungen zu den Beschäftigungseffekten basieren auf einem Datengerüst, das mithilfe von Primärerhebungen, Tiefeninterviews, nationalen und internationalen Statistiken und Literaturangaben erarbeitet worden ist.
Für die zukünftigen Beschäftigungseffekte durch Erneuerbare Energien erstellen die Autoren jeweils verschiedene Ausbauszenarien für Deutschland und die Welt. Dann treffen sie Annahmen zur künftigen Position Deutschlands auf dem Weltmarkt und den entsprechenden Umsätzen deutscher Hersteller und Dienstleister. Die ...

Die Studie baut auf einer Reihe von Vorgängeruntersuchungen auf. Die Berechnungen zu den Beschäftigungseffekten basieren auf einem Datengerüst, das mithilfe von Primärerhebungen, Tiefeninterviews, nationalen und internationalen Statistiken und Literaturangaben erarbeitet worden ist.
Für die zukünftigen Beschäftigungseffekte durch Erneuerbare Energien erstellen die Autoren jeweils verschiedene Ausbauszenarien für Deutschland und die Welt. Dann treffen sie Annahmen zur künftigen Position Deutschlands auf dem Weltmarkt und den entsprechenden Umsätzen deutscher Hersteller und Dienstleister. Die ...

Die Studie baut auf einer Reihe von Vorgängeruntersuchungen auf. Die Berechnungen zu den Beschäftigungseffekten basieren auf einem Datengerüst, das mithilfe von Primärerhebungen, Tiefeninterviews, nationalen und internationalen Statistiken und Literaturangaben erarbeitet worden ist.
Für die zukünftigen Beschäftigungseffekte durch Erneuerbare Energien erstellen die Autoren jeweils verschiedene Ausbauszenarien für Deutschland und die Welt. Dann treffen sie Annahmen zur künftigen Position Deutschlands auf dem Weltmarkt und den entsprechenden Umsätzen deutscher Hersteller und Dienstleister. Die zugrundegelegte Kostenstruktur für die Herstellung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien basiert zum großen Teil auf eigens erhobenen Unternehmensdaten. Auf dieser Basis haben die Forscher Input-Output (IO) Vektoren entwickelt, mithilfe derer über das Modell PANTA RHEI die Beschäftigungseffekte ermittelt werden.
Die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011 hat die damals dynamische Entwicklung der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik, in Deutschland und weltweit integriert und zudem Ölpreisanstieg und Finanzkrise berücksichtigt.
Die aktuell vorliegende Untersuchung bezieht die Veränderungen auf dem Weltmarkt für Erneuerbare Energien ein und widmet der Beschäftigung durch den Anlagenbetrieb mit einem verfeinerten Untersuchungsdesign erhöhte Aufmerksamkeit. Für diesen Bereich sind zahlreiche Interviews bei Unternehmen aus dem Bereich Betrieb, Wartung und Instandhaltung durchgeführt und der Betrachtungszeitraum bis 2050 erweitert worden.
Neu sind Abschätzungen zum Export von Produktionsanlagen, die auf tatsächlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre sowie Ankündigungen von Marktteilnehmern beruhen.
Um die unterschiedlichen ökonomischen Auswirkungen einer Entwicklung im Sinne der Energiewende im Vergleich zu einer Entwicklung ohne Ausbau der Erneuerbaren Energien zu ermitteln, arbeiten die Autoren mit einem kontrafaktischen Szenario, das eine Energieversorgung auf Basis fossiler Brennstoffe unterstellt.

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