Neue Initiative „performing energy – Bündnis für Windwasserstoff“

Industrie und Wissenschaft gemeinsam für Erprobungsvorhaben für Speichersysteme

Berlin, 7.12.2011: Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Energiewende mit einem starken Ausbau der Erneuerbaren Energien umzusetzen, sind Energiespeicher notwendig. Wasserstoff hat das Potenzial, in ausreichendem Umfang erneuerbare Energie aus Wind zu speichern. Vor diesem Hintergrund hat sich die Initiative „performing energy – Bündnis für Windwasserstoff“ aus namhaften Vertretern der Industrie, der Wissenschaft sowie von Organisationen aus dem Bereich Umwelt und Technologieförderung gebildet, um mit ersten Erprobungsvorhaben die Voraussetzungen für eine künftige wirtschaftliche Integration von Speichersystemen mit Wasserstoff in die Energiewirtschaft zu schaffen.

  • Wasserstoff ist der einzige Energieträger, der in der Lage ist, in großen Mengen regenerativ erzeugte Energie über einen langen Zeitraum in der bestehenden Gasinfrastruktur zu speichern.
  • Der gespeicherte Wasserstoff kann ins Erdgasnetz eingespeist werden und in Gaskraftwerken sowie dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Ausregelung der fluktuierenden erneuerbaren Energien genutzt werden.
  • Der gespeicherte Wasserstoff kann als emissionsfreier Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge verwendet werden und so vom Energie- bis zum Verkehrssektor eine gemeinsame Wertschöpfungskette bilden. Die Serienproduktion von wasserstoffbetriebenen Brennstoff-zellenfahrzeugen soll 2014 beginnen.
  • Durch die Bereitstellung von grünem Wasserstoff für die Industrie können dort CO2 Emissionen in relevantem Umfang vermieden werden.

Vertreter von 14 namhaften Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Organisationen aus den Bereichen Umwelt und Technologieförderung stellten heute in Berlin die Initiative „performing energy – Bündnis für Windwasserstoff“ vor. Die Initiative wird von den Ländern Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg unterstützt.

Die Partner der Initiative „performing energy“ beabsichtigen, die technische Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit großer Wind-Wasserstoff-Systeme zu erforschen, unter Alltagsbedingungen zu testen und mittelfristig zur Marktreife zu bringen. Für drei aufeinander abgestimmte Demonstrationsprojekte in Brandenburg und Schleswig-Holstein haben die Partner einen gemeinsamen Förderantrag gestellt und bei positiver Bewilligung soll in den Projekten die gesamte Wertschöpfungskette des Wind-Wasserstoffs über die Energiebereiche Strom, Wärme und Mobilität abgebildet werden.

Partner von „performing energy – Bündnis für Windwasserstoff“:

Brandenburgische Technische Universität, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, Deutsche Umwelthilfe e.V., Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) – Institut für Technische Thermodynamik, ENERTRAG AG, Fraunhofer- Institut für Solare Energiesysteme, GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, hySOLUTIONS GmbH, Linde AG, NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Siemens AG - Sektor Industry und Sektor Energy, TOTAL Deutschland GmbH, Vattenfall Europe Innovation GmbH und Vattenfall Europe Windkraft GmbH.

Demonstrationsprojekt großtechnische Erzeugung von Wasserstoff und Einspeisung ins Gasnetz

Mittels Elektrolyse soll im großtechnischen Maßstab aus Windenergie Wasserstoff erzeugt werden. Dieser soll zwischengespeichert und in bestehende Erdgasnetze zur nachhaltigen und CO2-freien Versorgung von Regelkraftwerken, KWK-Systemen und hocheffizienten Gasverwendungstechnologieneingespeist werden. Für die Elektrolyse soll ein Testfeld errichtet werden, auf dem unterschiedliche Elektrolysetechnologien erprobt und verglichen werden können. Ein Netzintegrationsvorhaben (380kV) soll das Projekt begleiten. Ziel ist die bessere Abstimmung zwischen Anlagen, die regenerative Energie erzeugen, und konventionellen Kraftwerken.

Demonstrationsprojekt Erzeugung und Rückverstromung von Wasserstoff

In diesem Projekt soll Wasserstoff auf der Ebene der Stromerzeugung betrachtet. Mittels Elektrolyse erzeugter Wasserstoff wird mit Erdgas gemischt und in einer Gasturbine rückverstromt. Die Rückverstromung mittels Gasturbinen wird künftig eine zentrale Rolle bei der Regelung von schwankendenerneuerbaren Energien spielen. Demonstrationsprojekt Wasserstoffspeicherung in Salzkavernen

Ziel dieses Demonstrationsprojektes soll die Validierung von Lösungen zur wirtschaftlichen Integration von Offshore Windparks sein. Daneben soll die Einsatzmöglichkeit von regenerativ erzeugtem Wasserstoff in der Industrie zur Minderung der CO2-Emissionen erforscht werden.

Querschnittsthema: Wasserstoff als Kraftstoff

Teil aller Vorhaben ist die Nutzung des Wind-Wasserstoffs im Verkehr. Die Demonstrationsvorhaben sind deshalb an die Clean Energy Partnership (CEP) in Berlin und Hamburg angebunden. Allein in Berlin sind im Rahmen der CEP bereits rund 50 Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzellen im Einsatz. Die Serienproduktion von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeugen soll 2014 beginnen. In der Frage des Ausbaus der Wasserstoff-Mobilität kommt der nachhaltigen Erzeugung mit Windkraft eine Schlüsselstellung zu.

Weitere Informationen:

www.dlr.de

Ansprechpartner für Presse:

Dr. Marita Müller, Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Referatsleiterin/Pressesprecherin Öffentlichkeitsarbeit/Marketing, Telefon 0355-69 3206, Email marita.mueller@tu-cottbus.de

Emily Schemmel, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, Marketing/Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 03731 4195-339, Email emily.schemmel@dbi-gut.de

Dorothee Bürkle, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Kommunikation, Telefon 02203 601-34 92, Email Dorothee.Buerkle@dlr.de Dr.

Gerd Rosenkranz, Deutsche Umwelthilfe e. V., Leiter Politik & Presse, Telefon 030-2400867 21, Email rosenkranz@duh.de

Katrin Nagel, Enertrag AG, Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 03 98 54 -64 59 619, Email Kathrin.Nagel@enertrag.com

Dr. Christopher Hebling, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Telefon 0761 - 4588-5195, Email christopher.hebling@ise.fraunhofer.de

Dr. Klaus Haschker, GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, Leiter Konzernkommunikation, Telefon 030 7872 3050, Email khaschker@gasag.de

Heinrich Klingenberg, Geschäftsführer hySOLUTIONS GmbH, Telefon 040-32 88 2311, Email Heinrich.Klingenberg@hysolutions-hamburg.de

Stefan Metz, The Linde Group, Manager Clean Technology Communications Corporate Communications & IR, Telefon 089-35757 1322, Email stefan.metz@linde.com