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Staatliche Förderung der Energieforschung

Forschung und Entwicklung sind unabdingbar für den langfristigen Umbau des Energiesystems, den technologischen Fortschritt, den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und das Erreichen von Klimazielen in Deutschland und weltweit. Sie liefern wichtige Erkenntnisse, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Energiewende zu bewältigen.

Dabei spielen verschiedene Forschungsfelder eine Rolle. Zur technologischen Dimension gehört beispielsweise die Weiterentwicklung von Speicher- oder Effizienztechnologien. Die Transformation des Energiesystems bringt aber auch soziale, ökologische und ökonomische Veränderungen mit sich. Erneuerbare Energien verändern zum Beispiel die Verhältnisse in den Märkten, neue Akteure wie Energiegenossenschaften beteiligen sich, es entstehen neue und andere Unternehmen. Auch das bringt eine Menge Forschungsbedarf mit sich, da der Markt für die Energiewende entsprechende Rahmenbedingungen braucht.

Diese Seite gibt einen Überblick über die für die Energiewende relevanten Forschungsförderprogramme der Bundesregierung sowie der Europaischen Union.

Forschungsförderung durch die Bundesregierung

Das Energieforschungsprogramm der Bundesregierung

Die Grundlagen für die Förderung der Energieforschung durch die Bundesregierung werden im Energieforschungsprogramm festgelegt. Aktuell (Mai 2017) gilt noch das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung „Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“, das bereits seit 2011 in Kraft ist. Es soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen vor allem bei der Erforschung und Entwicklung von Energietechnologien unterstützen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) standen hierfür im Jahr 2016 rund 876 Mio. Euro zur Verfügung, im Jahr 2015 waren es 863 Mio. Euro.

Das BMWi ist dabei für die angewandte Forschung und technologische Entwicklung von Erneuerbaren Energien und von Energieeffizienz-Maßnahmen zuständig, die Projektförderung für die Entwicklung der Bioenergienutzung liegt in der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist zuständig für die „Grundlagenforschung Energie“ sowie für die institutionelle Förderung der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren - HGF-Zentren, der Fraunhofer Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Leibnitz-Gemeinschaft.

Die Weiterentwicklung des Energieforschungsprogramms obliegt dem BMWi und zielt auf:

  • Technologien der Energieumwandlung
  • Energieverteilung und Energienutzung,
  • Systemorientierte Energieforschung und Querschnittsthemen,
  • Fusionsforschung und
  • Nukleare Sicherheitsforscung.

Die geförderten Energieforschungsaktivitäten werden regelmäßig wissenschaftlich-technisch evaluiert und dabei deren Effizienz und Wirksamkeit überprüft.

SINTEG

Das BMWi fördert mit dem Programm "Schaufenster intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG) fünf ausgewählte Regionen bei der Forschung, Entwicklung und Demonstration innovativer Anwendungen, Strukturen und Konzepte für ein intelligentes Energiesystem der Zukunft. Das Programm widmet sich vor allem der Systemintegration Erneuerbarer Energien, der Flexibilisierung des Energiesystems sowie der Versorgungssicherheit.

Die regionalen Schaufenster sind im Dezember 2016 gestartet und sollen Blaupausen für eine spätere, breite Umsetzung in ganz Deutschland liefern. Der Zeitraum erstreckt sich über vier Jahre mit einem Fördervolumen von 200 Mio. Euro. Die beteiligiten Unternehmen stellen zusätzlich 300 Mio. Euro zur Verfügung.

Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP)

Dieses auf zehn Jahre angelegte, ressortübergreifende Förderprogramm dient der Marktvorbereitung von Produkten und Anwendungen der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnolgie. Von 2007 bis 2016 haben die Bundesregierung und die Industrie 1,4 Mrd. Euro bereitsgestellt. Bis 2019 stellt das Bundesverkehrsministerium BMVI weitere 250 Mio. Euro bereit, das BMWI jährlich 25 Mio. Euro. Das NIP ist ein zentraler Baustein der langfristigen Umsetzung der Energiewende im Verkehr. Das Förderprogramm läuft bis 2026 und soll die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts wirtschaftlich wettbewerbsfähig im Verkehrssektor und auf den Energiemärkten machen.

EnEff.Gebäude.2050

Die BMWi-Förderinitiative „EnEff.Gebäude.2050 – Innovative Vorhaben für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050“ aus dem Jahr 2016 fördert modellhafte Projekte, in denen noch nicht am Markt etablierten Technologien zur Senkung des Primärenergiebedarfs eingesetzt werden und die zeigen, wie Hemmnisse bei der Umsetzung nahezu klimaneutraler Gebäude überwunden werden können. Mit der Initiative sollen Forschung und Anwendung in der Praxis stärker verknüpft werden. Ein Ideenwettbewerb prämiert Konzepte für Gebäude und Quartiere, die in der Tradition des „Solar Decathlon Europe“ stehen. Das Preisgeld des Wettbewerbs liegt bei insgesamt 280.000 Euro. Das gesamte Budget der Förderinitiative umfasst 35 Millionen Euro.

Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaften für Innovationen

Diese Förderinitiative des BMBF unterstützt Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen bei groß angelegten und langfristigen Ansätzen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zu komplexen Forschungsfeldern mit hohem Forschungsrisiko und Innovationspotenzial. Die Förderung erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden bis zu fünfjährigen Phasen (insgesamt maximal 15 Jahre) mit bis zu zwei Mio. Euro jährlich. Im Energiebereich fördert das BMBF zwei Forschungscampi: „FEN – Flexible elektrische Netze“ in Aachen und „Mobility2Grid“ in Berlin.

Vom Material zur Innovation

Das BMBF-Programm beinhaltet neben vielen anderen Feldern auch Beiträge zur Energieforschung, zum Beispiel im Rahmen der Initiativen „Batterie 2020“ oder „NanoMatFutur“. Die Förderinitiative Batterie 2020 kümmert sich um Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Materialien und Prozessen für Batterien mit dem Anwendungsschwerpunkt für die Elektromobilität. Es umfasst aber auch die Erforschung stationärer Speicher. Die Förderinitiative "NanoMatFutur"unterstützt interdisziplinäre Forschungsprojekte von Nachwuchsforschern der Materialforschung und Werkstoffstechnik für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. Jährlich sollen bis zu sieben Nachwuchsgruppen gefördert werden.

Forschungsförderung durch die Europäische Union

Quelle: flickr - Yanni Koutsomitis

Auf europäischer Ebene gilt seit Januar 2014 das Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm Horizon 2020.  Das Programm hat ein Volumen von insgesamt fast 80 Milliarden Euro und konzentriert sich auf die Felder Wissenschaftsexzellenz, die führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen. Dem letztgenannten Feld ist der Themenbereich „sichere, saubere und effiziente Energieversorgung“ zugeordnet.

Das Programm beinhaltet für den Bereich Energie unter anderem folgende Schwerpunkte:

  • Reduzierung des Energieverbrauchs durch intelligente Nutzung bei Konsumenten und Produzenten
  • Weiterentwicklung der Stromversorgung durch Erneuerbare Energien
  • Flexibilisierung durch verbesserte Speichersysteme
  • Dekarbonisierung bei der Nutzung fossiler Brennstoffe
  • Ein modernes pan-europäisches Elektrizitätsnetz

Die Weiterentwicklung der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien soll durch die Technologieentwicklung Erneuerbarer Energiequellen und ihre Integration in das europäische Energiesystem ermöglicht werden. Die Fördermaßnahmen werden dabei eng abgestimmt mit den Zielen und Strategien des Strategic Energy Technology Plans der Europäischen Union.