Entwicklung der Investitionskosten neuer Kraftwerke

Metaanalyse zur Entwicklung der Investitionskosten für neue fossile und erneuerbare Kraftwerke

Die Investitionskosten neuer Kraftwerke als Einflussfaktor auf die Kosten der Energiewende

Der Kraftwerkspark in Deutschland bzw. in ganz Europa hat ein hohes Alter erreicht, so dass in den nächsten Jahren mit oder ohne Energiewende umfangreiche Ersatzinvestitionen anstehen. Dass die Weichen dabei in Richtung Erneuerbare Energien gestellt werden, hat die Politik bereits entschieden, vor allem aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes. Die Stromge­stehungskosten der Erneuerbaren sind derzeit noch höher als die Erzeugung aus den überwiegend abgeschriebenen konventionellen Kraftwerken im bestehenden Kraftwerkspark. Für die notwendigen Investitionen in erneuerbare Erzeugungskapazitäten bedarf es daher entsprechender Förderinstrumente. Die mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien verbundenen Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, weshalb die finan­ziellen Belastungen durch die Energiewende zunehmend kritisch diskutiert werden. Bei dieser Debatte gerät schnell aus dem Blick, dass die Verbraucherstrompreise auch ohne den Umstieg auf Erneuerbare Energien steigen und künftig weiter steigen werden. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

- die wachsenden Brennstoffpreise fossiler und nuklearer Energieträger,

- die Notwendigkeit neuer Kraftwerksinvestitionen, verbunden mit gestiegenen Investitionskosten für fossile (und nukleare) Kraftwerke,

- zukünftig steigende CO2-Zertifikatspreise für fossile Energieträger (unter  Voraussetzung einer entsprechenden Klimaschutzpolitik),

- gegebenenfalls Infrastrukturkosten für eine emissionsarme fossile Energieversorgung (CO2-Speicher).

Da die Investitionen in Erneuerbare Energien durch Lernkurven- und Skaleneffekte gleichzeitig günstiger werden, schließt sich die Kostenschere zwischen konventionellen und erneuerbaren Stromerzeugungstechnologien zunehmend. Vor diesem Hintergrund verweisen die Befürworter der Erneuerbaren Energien darauf, dass die regenerative Stromerzeugung langfristig in jedem Fall günstiger sein wird als ein Beharren auf dem fossil-nuklearen Versorgungssystem. Aufgrund der perspektivisch hohen Einsparungen sei der frühzeitige Ausbau der Erneuerbaren Energien eine lohnende gesellschaftliche Investition in die Zukunft. Wie lange es dauert, bis sich die Energiewende wirtschaftlich lohnt, wie hoch bis dahin die Zusatzkosten sind und wie hoch die späteren Einsparungen ausfallen, darüber gehen die Meinungen jedoch auseinander. Verschiedene Studien beschäftigen sich mit den Kosten der Energiewende und kommen zu teilweise sehr unterschiedlichen Aussagen. Der Forschungsradar-Studienvergleich macht Unterschiede in wesentlichen Annahmen und Ergebnissen transparent und soll den Nutzerinnen und Nutzern dabei helfen, die verschiedenen Aussagen einzuordnen.

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