Die Auslastung von Kraftwerken im Zuge der Energiewende

Grafikdossier zur Entwicklung der Volllaststunden von Kraftwerken in Deutschland

Der vorliegende Studienvergleich beschäftigt sich mit den mittleren Volllaststunden verschiedener Kraftwerkstypen, die in wissenschaftlichen Studien zugrundegelegt werden bzw. Ergebnis von Szenariosimulationen sind. Die Auslastung bzw. das Erzeugungsprofil von Kraftwerken sind inzwischen Untersuchungsgegenstand vieler energiewirtschaftlicher Studien, da sie die Stromgestehungskosten, das Zusammenspiel der Kraftwerke im Versorgungssystem und den Bedarf an Übertragungskapazitäten beeinflussen.

Jeder Kraftwerksbetrieb ist mit Fixkosten verbunden, zum Beispiel für Investition, Wartung, Personal. Aus dem Grund fallen die Kosten pro erzeugte Kilowattstunde Strom umso geringer aus, je höher die Zahl der erzielten Volllaststunden ist. Auch wenn die konkrete Auslastung je nach Standort, Netzkapazitäten und variabler Kosten für jedes einzelne Kraftwerk anders ausfällt, ist es für die weitere Entwicklung des Strommarkts und seiner Rahmenbedingungen interessant zu wissen, wohin der Trend geht, also die durchschnittliche Auslastung der in Deutschland installierten Kapazitäten. Die Bedeutung des Themas zeigt sich an der derzeit intensiv geführten Debatte um die Einführung von Kapazitätsmechanismen im Strommarkt, durch die Kraftwerke auch jenseits des Regel- und Ausgleichsenergiemarktes Zahlungen für die Bereitstellung von Erzeugungsleistung erhalten würden. Hintergrund ist vor allem die Sorge, dass mangels wirtschaftlicher Attraktivität künftig nicht mehr ausreichend konventionelle Kraftwerkskapazitäten zur Ergänzung der fluktuierenden Erneuerbaren Energien bereitgehalten werden könnten. Insbesondere Neuinvestitionen erscheinen derzeit angesichts der niedrigen Großhandelsstrompreise in Verbindung mit einer sinkenden Auslastung unattraktiv. Jedoch ist auch die Wirtschaftlichkeit einzelner Bestandskraftwerke gefährdet, wenn es weniger Stromverkäufe bei gleichzeitig niedrigeren Erlösen gibt.

Relevant ist die Auslastung der Kraftwerke auch für den zukünftigen Netzausbau. Denn der Kraftwerksbetrieb beeinflusst die notwendigen Übertragungskapazitäten und damit auch den Netzausbaubedarf. Die benötigte Übertragungsleistung fällt besonders dann hoch aus, wenn konventionelle Kraftwerke trotz hohen Wind- und Solarstromaufkommens weiter produzieren statt die Erzeugung herunterzufahren. Hohe Volllaststunden sind hierfür ein Indikator.

Um die Einordnung der in den folgenden Grafiken dargestellten Werte zu erleichtern, sind auch die Werte für die durchschnittliche Auslastung der Erzeugungskapazitäten vergangener Jahre aufgeführt, soweit sie sich aus den Energiedaten des Bundeswirtschaftsministeriums bzw. der AGEE-Stat des Bundesumweltministeriums berechnen lassen.

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