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Staatliche Förderung der Energieforschung

Forschung und Entwicklung sind unabdingbar für den langfristigen Umbau des Energiesystems, den technologischen Fortschritt, den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und das Erreichen von Klimazielen in Deutschland und weltweit. Sie liefern wichtige Erkenntnisse, um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Energiewende zu bewältigen.

Dabei spielen verschiedene Forschungsfelder eine Rolle. Zur technologischen Dimension gehört beispielsweise die Weiterentwicklung von Speicher- oder Effizienztechnologien. Die Transformation des Energiesystems bringt aber auch soziale, ökologische und ökonomische Veränderungen mit sich. Erneuerbare Energien verändern zum Beispiel die Verhältnisse in den Märkten, neue Akteure wie Energiegenossenschaften beteiligen sich, es entstehen neue und andere Unternehmen. Auch das bringt eine Menge Forschungsbedarf mit sich, da der Markt für die Energiewende entsprechende Rahmenbedingungen braucht.

Diese Seite gibt einen Überblick über die für die Energiewende relevanten Forschungsförderprogramme der Bundesregierung sowie der Europaischen Union.

Forschungsförderung durch die Bundesregierung

Energieforschungsprogramm der Bundesregierung

Die Grundlagen für die Förderung der Energieforschung durch die Bundesregierung werden im Energieforschungsprogramm festgelegt. Aktuell (Mai 2015) gilt noch das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung „Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“, das bereits seit 2011 in Kraft ist. Es soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen vor allem bei der Erforschung und Entwicklung von Energietechnologien unterstützen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) stehen hierfür im Zeitraum 2013 bis 2016 rund 3,5 Mrd. Euro zur Verfügung.

Das BMWi ist dabei für die angewandte Forschung und technologische Entwicklung von Erneuerbaren Energien und von Energieeffizienz-Maßnahmen zuständig, die Projektförderung für die Entwicklung der Bioenergienutzung liegt in der Zuständigkeit des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist zuständig für die „Grundlagenforschung Energie“ sowie für die institutionelle Förderung der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren - HGF-Zentren.

Die Weiterentwicklung des Energieforschungsprogramms obliegt dem BMWi und zielt auf:

  • die Stärkung thematisch übergreifender und systemorientierter Forschungsansätze mit den Forschungsinitiativen „Zukunftsfähige Stromnetze“ und „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“,
  • den Ausbau der europäischen Vernetzung,
  • die verstärkte Abstimmung und Kooperation mit den Bundesländern sowie
  • den Aufbau eines modernen Informationssystems (EnArgus), um die vielfältigen Energieforschungsaktivitäten auch über das Energieforschungsprogramm hinaus zu erfassen und transparent darzustellen.

Über die geförderten Energieforschungsaktivitäten wird jährlich berichtet im „Bundesbericht Energieforschung“. Er soll Transparenz über die Förderpolitik schaffen und umfassend über die Entwicklungen bei der Förderung neuer Energietechnologien informieren. Der Bundesbericht Energieforschung 2015 ist im Mai 2015 durch die Bundesregierung verabschiedet worden.

Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Das BMBF ist zuständig für das Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA). Seit 2015 gilt das dritte Rahmenprogramm FONA³. Es hat die Themenschwerpunkte Green Economy, Zukunftsstadt und Energiewende.

Forschungsförderung durch die Europäische Union

Quelle: flickr - Yanni Koutsomitis

Auf europäischer Ebene gilt seit Januar 2014 das Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm Horizon 2020.  Das Programm hat ein Volumen von insgesamt fast 80 Milliarden Euro und konzentriert sich auf die Felder Wissenschaftsexzellenz, die führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen. Dem letztgenannten Feld ist der Themenbereich „sichere, saubere und effiziente Energieversorgung“ zugeordnet.

Das Programm beinhaltet für den Bereich Energie unter anderem folgende Schwerpunkte:

  • Reduzierung des Energieverbrauchs durch intelligente Nutzung bei Konsumenten und Produzenten
  • Weiterentwicklung der Stromversorgung durch Erneuerbare Energien
  • Flexibilisierung durch verbesserte Speichersysteme
  • Dekarbonisierung bei der Nutzung fossiler Brennstoffe
  • Ein modernes pan-europäisches Elektrizitätsnetz

Die Weiterentwicklung der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien soll durch die Technologieentwicklung Erneuerbarer Energiequellen und ihre Integration in das europäische Energiesystem ermöglicht werden. Die Fördermaßnahmen werden dabei eng abgestimmt mit den Zielen und Strategien des Strategic Energy Technology Plans der Europäischen Union.